Veranstaltungen
Kaminfeuer, ein bequemer Lesesessel und ein gutes Buch in der Hand (vielleicht noch ein Glas Rotwein), was braucht der Mensch mehr zum Glücklichsein! Das lässt sich nur noch steigern, wenn ein Autor zu uns als Gast nach Langenau kommt und nicht nur aus seinem Buch liest, sondern zu plaudern beginnt, von seinen Romanfiguren erzählt und den Zuhörer einen Blick in seine Schreibwerkstatt werfen lässt. Spannend und aufschlussreich ist es auch einen Verleger oder Lektor einzuladen, der mit Leidenschaft und Kenntnis von seinen Büchern zu erzählen weiß. Auch in diesem Jahr bieten wir Ihnen ein Vortrags- und Lesungsprogramm, das breitgefächert Ihr Interesse wecken soll. Eine Dichterlesung ist ja mehr als nur die Präsentation eines neuen Buches. Sie ist immer auch eine Begegnung zwischen Autor, Leser und den Buchhändlern; kurz – sie ist ein Fest der Literatur.

2021

Ein Künstler der alten Schule
Herzerfrischend lachen kann der Leser bei Kristof Magnussons neuem Roman über den Kunstbetrieb. Der buntgemischte Haufen an Mitgliedern eines Fördervereins besucht den großen Künstler KD Pratz auf seiner Burg am Rhein. Nichts weniger als ein Museumsanbau in Frankfurt soll dem großen Meister gewidmet werden. Doch prallen die enthusiastischen Erwartungen des Panoptikums der Kunstbeflissenen auf einen eitlen Künstler, der alles andere als dankbar ist. Der grantelnde Maler teilt gründlich aus. Das bekommen nicht nur seine Gäste zu spüren, wenn er den ganzen Kunstbetrieb in Bausch und Bogen beschimpft. Zwangsläufig wird diese Tirade über die Unvollkommenheit der Welt zu einer herrlichen Satire. Doch der Autor wartet mit der einen oder anderen Wendung auf, so dass der Leser recht schnell aus seiner Erwartungshaltung gerissen wird.

Kristof Magnusson
„Ein Mann der Kunst“
Lesung

Donnerstag, 28. Oktober - 20 Uhr
Langenau Pfleghofsaal
Eintritt 12,-/6,- Euro

Kristof Magnusson
„Ein Mann der Kunst“

Roman
220 Seiten
Verlag Antje Kunstmann
20,- Euro

Liebe in Zeiten des Untergangs
Eine 19jährige verliebt sich in einen um 34 Jahre älteren Schriftsteller und das in Zeiten einer sich auflösenden DDR. Während sich 1989 gewaltige Eruptionen in der Weltgeschichte ereignen, kommt dieses Paar von ihrer Amour fou nicht los. Es gab so etwas wie eine Bohème in dem Staat, in dem in den 80er Jahren mehr und mehr das Grau vorherrschte. Natürlich konnten einen anerkannten Schriftsteller die Privilegien vor dem tristen Alltag schützen, aber nicht vor den Zweifeln, wohin die Zukunft führen wird. Auf dem Marx-Engels-Platz, symbolhaft in Berlin, unter einer S-Bahnbrücke sich vor dem Regen schützend, beginnt diese Liebe, die auch Gewalt und Hass mit sich bringen wird. Der Werdegang dieses Paares wird in der Komposition des Romans zur Begleitmusik vom Ende des Versuchs, ein besseres, ein sozialistisches Deutschland auf die Beine zu stellen. Ein gelungener Roman und ein wichtiger Beitrag zur Geschichte der DDR, der eben nicht zu Schwarzweißmalerei neigt, sonders in viel feineren Schattierungen vom Scheitern erzählt.

Jenny Erpenbeck
„Kairos“
Lesung

Freitag, 12. November - 20 Uhr
Langenau Pfleghofsaal
Eintritt 12,-/6,- Euro

Jenny Erpenbeck
„Kairos“

Roman
384 Seiten
Penguin Verlag München
22,- Euro

Ein Kater, wie ihn noch keiner erfand
Es ist schon eine Dreistigkeit, die sieben Leben eines Katers herzunehmen und uns die Geschichte von der Französischen Revolution bis in die Gegenwart zu erzählen. Aber welch anderes Tier hat schon jenes Privileg und als bekannt eigenwilliges Haustier gibt es über die Jahrhunderte einiges zu erzählen. „Matou“ heißen Roman und gleichzeitig auch dessen Hauptfigur, der altkluge Kater, ein Meister der Erzählung. Und zum Berichten gibt es in all den Jahren reichlich, wen wunderts, dass dabei 1000 Seiten zusammenkommen. Matou hat es sich tatsächlich zum Ziel gesetzt, die Menschen verstehen zu wollen, dafür lernt er deren Sprache und sogar mit der Pfote zu schreiben. Es bedarf schon einiger literarischer Purzelbäume, damit der Kater so richtig zum Schnurren kommt. Dabei erlebt der Homer der Katzenwelt jede Menge Abenteurer jenseits seiner philosophischen Auslassungen. Kein Wunder also, dass wir auch auf E. T. A. Hoffmann treffen, der vielleicht mit seinem Murr unserem Matou auf die Sprünge half.

Michael Köhlmeier
„Matou“
Lesung

Sonntag, 5. Dezember - 17 Uhr
Langenau Pfleghofsaal
Eintritt 12,-/6,- Euro

Michael Köhlmeier
„Matou“

Roman
960 Seiten
2021 - Hanser
34,- Euro

Reisen mit Stefan Zweig
„Häfen und Bahnhöfe sind meine Leidenschaft“. Diese benennt er, wenn es um die Motivation seiner Reiselust geht. „Wenn wir reisen, tun wir’s doch nicht nur um der Ferne willen, sondern auch des Fortseins vom Eigenen, von der täglich geordneten ausgezählten Hauswelt…“ So ergänzt Stefan Zweig das bürgerliche Ideal der Bildungsreise um eine psychologische Komponente. Schon seit seiner Jugend ist der später so erfolgreiche Schriftsteller auf Reisen gegangen, um Europa zu erkunden. Nicht nur sein Beruf, mehr noch die politischen Umstände – seine Flucht vor den Nationalsozialisten – machten das Reisen dann zur Notwendigkeit.
Bernd Weltin wird die Zuhörer kurz vor dem Jahreswechsel mitnehmen, um den Schriftsteller bei seinen Fahrten zu begleiten und um sich dabei Stefan Zweigs Leben und Werk anzunähern. Vielleicht regt der Abend dazu an, fürs neue Jahr auf des Dichters Spuren selbst eine Reise anzutreten.

Bernd Weltin
„Reisen mit Stefan Zweig“
Ein literarischer Abend

Donnerstag, 30. Dezember - 20 Uhr
Buchhandlung Mahr 
Eintritt 10,-/6,- Euro

Vergangene Veranstaltungen 2021

Blinddate mit dem adriatischen Meer
Es gibt einen Mord, aber es ist kein Krimi, zumindest nicht ausschließlich, ein Sommer in dem geliebt wird und doch ist es kein Liebesroman. Die letzte Lesung als Blinddate auf dem Pfleghof führt uns wieder in den Süden, ans Meer. Wunderbare Strände hat jene Stadt, die sich im Palast eines römischen Kaisers angesiedelt hat. Wir werden eine Zeitreise unternehmen, fast 90 Jahre zurück. Wir werden über die Promenade laufen, werden uns von den Gerüchen der Märkte und der Restaurants verzaubern lassen und erleben einen Roman, der eine Liebeserklärung an diese Stadt ist. Natürlich wird dazu wie in einem sommerlichen Straßencafé passend Musik aufspielen.

Freitag, 3. September, 20 Uhr
OpenAir auf dem Pfleghof

 
Ein sommerlicher Sehnsuchtsort in Ungarn
Der Balaton (Plattensee) ist der Held der Novellen von Noémi Kiss. Mal ist die „ungarische Badewanne“ das Paradies und war bis 1989 der Sehnsuchtsort der urlaubshungrigen Deutschen diesseits aber vor allem jenseits des Eisernen Vorhangs. Zu Anfang las noch die Autorin selbst aus dem Buch, auch ein kleines Stück auf Ungarisch, dann übernahm die Schauspielerin Margarete Lamprecht das Lesen. Unter dem Titel „Honeckers Latschen“, jene Holzsandeln mit nur dem schmalen Lederriemen, fängt die Erzählung die Stimmung des letzten Sommers vor der politischen Wende ein. Der Balaton kann aber auch unberechenbar werden, wenn junge Segler sich zu weit hinaustrauen und vom Sturm überrascht werden. Mit „Tante Klara“ folgte anschließend eine sehr persönliche Geschichte: Eine Tante, die bei den Erwachsenen überall aneckte bei den Kindern aber sehr beliebt war.
Welch ein Glück, das Wetter hielt, auch wenn die Temperaturen alles andere als hochsommerlich waren und zur Stimmung trug wieder einmal Tamás Füzesi, ein Geiger mit ungarischen Wurzeln, bei. Auch wenn sich mancher nach ungarischen Geigenstücken gesehnt hatte, untermalten Füzesis Bachinterpretationen die Literatur und sorgten für einen stimmungsvollen Abend.

 
Das Wetter hat gehalten, im Gegenteil es wurde ein wunderschöner Sommerabend, fast so, als wären wir und das Publikum, tatsächlich an einem der vorgestellten Strände gewesen. Bettina Baltschev nahm uns mit auf eine geografische und historische Reise zu den Stränden an Nord- und Ostsee und auch in den sonnigen Süden Italiens und Spaniens. Sie erzählte von dem Wandel der Badekultur im Lauf der Zeit – vom verstecken Vergnügen im Nass, im Badekarren, bis hin zur Freikörperkultur in Hiddensee in Zeiten vor der Wende. Was war das für ein Weg von den ersten Badegästen des 19.Jahrhunderts bis hin zur Gegenwart mit Massentourismus, bei dem es an manchen Stränden nicht ganz einfach ist, sein handtuchbreites Stück Sand am Meer zu verteidigen.
Die Meeresromantik kam nicht zu kurz, zumal Tamás Füzesi an der Geige und Giovanni Piana am Klavier – beide vom Ulmer Theater – mit Tschaikowski den Abend musikalisch ergänzten und Bettina Baltschev am Ende noch ein Gedicht von Ingeborg Bachmann las, das vielleicht am Strand von Ischia entstanden ist.
Unser nächster Blinddate wird uns wieder an ein Gewässer führen, in ein östliches Land. Und dort sollte sich weltpolitisch einiges verändern. Aber die Novellen des Abends handeln nicht nur von der großen Politik, sondern auch von kleinen Begegnungen, zum Beispiel Deutsch-Deutscher… Und die Geige ist hier erst recht am richtigen Platz.

 
Die Kultur kehrt zurück auf den Pfleghof
Unser Sommerfestival kann beginnen!! 2021 wird noch mehr geboten als im ohnehin schon sehr erfolgreichen vergangenen Jahr. Neben den Blinddates vom 25. Juni bis zum 3. September – immer freitags um 20 Uhr – gibt es in diesem Jahr auch angekündigte, kulturelle Höhepunkte, nicht anders zu erwarten, birgt doch das Pfleghofprogramm immer schon höchste musikalische Qualität. Aber auch die Familiensonntage bieten Außergewöhnliches zum kleinen Eintrittspreis. Während der erste Blinddate einen ganz großen Vertreter der deutschen Kulturszene auf die Bühne bringt, führen sie die Blinddates der Buchhandlung ansonsten an sommerliche Sehnsuchtsorte. Ausführliches im Flyer, den es hier nachzulesen gibt.

 
"Er singt, weil er ein Lied hat und schreibt, weil er uns etwas zu sagen hat"
Was für einen unbeschreiblichen Auftakt des Langenauer Kultursommers 2021 durften wir am Abend das 25. Juni erleben. KONSTANTIN WECKER nahm das anwesende Publikum mit auf einen Streifzug durch seine Lebenserfahrungen und Erlebnisse, seine Gedichte und Lieder, sowie politische Anregungen. Dabei stand nicht nur die Solidarität neben der Poesie und Lyrik im Vordergrund, auch ließ uns Konstantin in sein Herz blicken und erreichte damit die Herzen der Zuschauer*innen. Für Abwechslung und Lacher, aber auch für nachdenkliche Versunkenheit und Mut sorgte der Künstler gehörig. Klar wurde dabei, dass das Leben in jeder Situation vielschichtig ist und ein facettenreiches Potpourri bereithält. Ein Erlebnis ist nicht nur gut oder schlecht, es ist vielschichtig in seinen Eindrücken. Und so wird aus einer erdrückenden, beschämenden Zeit im Gefängnis, eine Zeit einer innigen Freundschaft, Poesie, Operettengesang am Fenster oder übers „Klo-Telefon“. Wir wissen nun: oft braucht es zum Schreiben von Gedichten nicht nur Ruhe und Vorbilder, sondern vielleicht auch einen Maulbeerbaum.
Mitzunehmen aus dieser Veranstaltung wäre unbedingt: Das Leben ist bunt und wir sollten freudig, couragiert und voller Tatendrang in die Zukunft blicken. Denn „Wer KEINE Visionen hat, sollte dringend zum Therapeuten gehen.“ (Konstantin Wecker).

Wie wichtig und wohltuend ist es doch wieder vermehrt Menschen begegnen und Kultur erleben zu können. Diese Begegnungen bereichern unsere Seele, unseren Alltag und die Gesellschaft. Wir freuen uns daher sehr, dass wir auch dieses Jahr wieder einen KULTURSOMMER 2021 ermöglichen konnten. Eine Kooperation der Stadt Langenau, der Stadtbibliothek, der vh Ulm und der Buchhandlung Mahr. Nehmen Sie die Einladung an und freuen Sie sich auf zahlreiche, unterschiedliche kulturelle Veranstaltungen – so bunt und facettenreich wie das Leben selbst. Karten gibt es unter www.reservix.de oder direkt in der Buchhandlung Mahr.

49. Literarisches Quartett Frühjahr 2021

Hier finden Sie die Titel der Bücher, die in unserem 49. Literarischen Online-Quartett besprochen wurden

hier geht's zum Video >




Anna Opel
„recherche HAUSHOFER“

Hardcover
208 Seiten
Edition FotoTapeta
15,- Euro

Albrecht Haushofer
„Moabiter Sonette“

Hardcover
128 Seiten
Beck
16,95 Euro



Julian Barnes
„Der Mann im roten Rock“

Hardcover
304 Seiten
Kiepenheuer & Witsch
24,- Euro

Asja Bakic
„Mars“

Hardcover
170 Seiten
Verbrecher Verlag
20,- Euro



Steffen Kopetzky
„Monschau“

Hardcover
352 Seiten
Rowohlt, Berlin
22,- Euro

Tove Ditlevsen
„Kindheit“

Hardcover
118 Seiten
Aufbau-Verlag
18,- Euro



Tove Ditlevsen
„Jugend“

Hardcover
154 Seiten
Aufbau-Verlag
18,- Euro

Tove Ditlevsen
„Abhängigkeit“

Hardcover
176 Seiten
Aufbau-Verlag
18,- Euro



Laura mai Messina
„Die Telefonzelle am Ende der Welt“

Hardcover
352 Seiten
btb
20,- Euro

Ewald Arenz
„Der große Sommer“

Hardcover
320 Seiten
DuMont Buchverlag
20,- Euro



Tomasz Jedrowski
„Im Wasser sind wir schwerelos“

Hardcover
224 Seiten
Hoffmann und Campe
23,- Euro

Laila Lalami
„Die Anderen“

Hardcover
432 Seiten
Kein & Aber
24,- Euro



Romina Casagrande
„Als wir uns die Welt versprachen“

Hardcover
480 Seiten
FISCHER Krüger
22,- Euro

Harry Martinson
„Schwärmer und Schnaken“

Hardcover
220 Seiten
Guggolz
22,- Euro



Michal Hvorecky
„Tahiti Utopia“

Hardcover
256 Seiten
Tropen
20,- Euro

Dara Domenico
„Der Zirkus von Girifalco“

Hardcover
528 Seiten
Kiepenheuer & Witsch
23,- Euro



Dara Domenico
„Der Postbote von Girifalco oder Eine kurze Geschichte über den Zufall“

Taschenbuch
480 Seiten
Kiepenheuer & Witsch
12,- Euro

Joyce Carol Oates
„Blond“

Hardcover
1024 Seiten
Ecco
26,- Euro



Katharina Höftmann Ciobotaru
„Alef“

Hardcover
432 Seiten
Ecco
22,- Euro

Katja Kettu
„Die Unbezwingbare“

Hardcover
336 Seiten
Ecco
22,- Euro



Meg Mason
„Was wir wollen“

Hardcover
432 Seiten
Ecco
22,- Euro

Bianca Nawrath
„Iss das jetzt, wenn du mich liebst“

Hardcover
288 Seiten
Ecco
20,- Euro



Johann Wolfgang von Goethe
„Osterspaziergang“

Hardcover
32 Seiten
Kindermann
18,- Euro

Rückblick Veranstaltungen: 2020


Hölderlin verstehen
Bei keinem anderen bedeutenden deutschen Dichter besteht wohl eine größere Diskrepanz zwischen dem Fühlen, dass Hölderlin ein Meisterwerk hinterlassen hat, und dem möglichen Zugang, der den meisten verwehrt bleibt. Bereits im März wollten wir dem entgegenwirken und Hölderlins 250. Geburtstag feiern. Christian Schulz hätte mit seinem Vortrag versucht (leider Corona bedingt – entfallen!), vielleicht ein paar der verschlossenen Türen zu öffnen.
Zu unserem zweiten Anlauf haben wir zusätzlich den italienischen Literaturwissenschaftler Luigi Reitani eingeladen. Er hat das komplette Werk Hölderlins – 4000 Seiten – ins Italienische übersetzt und berichtet von dieser Arbeit in dem klugen Buch „Hölderlin übersetzen“. Vielleicht gelingt es ja Reitani und Schulz im Gespräch an diesem Abend, die Poesie Hölderlins zum Klingen zu bringen.

Veranstaltung wird verschoben

Luigi Reitani und Christian Schulz
„Hölderlin übersetzen“
Ein Gespräch

Montag, 9. November - 20 Uhr
Langenau Pfleghofsaal
Eintritt 12,-/6,- Euro

Luigi Reitani
„Hölderlin übersetzen“

Gedanken über einen Dichter auf der Flucht
108 Seiten
Folio, Wien
20,- Euro

Was für ein wunderbarer Abend…
Unsere letzte Lesung vor dem erneuten Lockdown des Kulturlebens war ein wirklicher Höhepunkt unseres Jahresprogramms. „Klar wie ein stiller Fluss“ verlief der Abend, bei dem sich Anna Katharina Hahn und Angelika eine gute Stunde über das neue Buch der Autorin unterhielten. Passend zu dem aufschlussreichen Gespräch über den neuen Roman „Aus und davon“ streute die Autorin Leseabschnitte aus den entsprechenden Passagen des Buches ein. Im Roman gönnt sich eine Frau eine Auszeit in New York, stößt dabei aber auf eine Auswanderergeschichte eines Mädchens, das ganz allein vor mehr als hundert Jahren die Reise über den großen Ozean antritt.

Anna Katharina Hahn
„Aus und davon“
Lesung

Sonntag, 25. Oktober - 17 Uhr
Langenau Pfleghofsaal

Anna Katharina Hahn
„Aus und davon“

Roman
308 Seiten
Suhrkamp
24,- Euro



Ein wahres Fest der Literatur war der Auftritt von Iris Wolff im Donauschwäbischen Zentralmuseum. Leider durften nur 25 Zuhörer dies erleben. Die Warteliste war dementsprechend lang. Nicht umsonst war ihr neuer Roman für den Deutschen Buchpreis nominiert. Einen nicht unwesentlichen Anteil am Gelingen dieser Lesung hatte die Moderation von Eva-Maria Mahr. Klug führte sie durch die Diskussion über einen Roman der Poesie und Zeitgeschichte so wunderbar verknüpft. Der Blickwinkel ist entscheidend, der in der „Unschärfe der Welt“ zeigt, dass nichts so sein muss, wie es scheint. Mit einem bemerkenswerten Sprachgefühl erzählt die Autorin von einem Auswandererschicksal aus dem Banat, das fast schon exemplarisch die Zerrissenheit eines Menschen in unserer Zeit erzählt.

Iris Wolff
„Die Unschärfe der Welt“
Lesung

Donnerstag, 22. Oktober - 19 Uhr
Donauschwäbisches Zentralmuseum Ulm

Iris Wolff
„Die Unschärfe der Welt“

Roman
Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2020
216 Seiten
Klett-Cotta
20,- Euro

Lesung mit Wildsau
Eine Lesung im Haus des Kunstvereins Ulm ist immer etwas Besonderes. So war Kai Wieland bei der Vorstellung seines neuen Romans „Zeit der Wildschweine“ sichtlich überrascht: Der Kopf eines Keilers aus Pappmaché thronte auf dem Tisch, der für die Lesung vorbereitet war.
Leider nur rund 30 Zuhörer (Corona) erlebten einen Autor, der mit seinen ausgewählten Lesepassagen bestens in seinen neuen Roman einführte. Das Buch handelt von einem jungen Mann, der zwischen Heimat und weiter Welt schwankt und der sich als Reiserschriftsteller mit seinem Fotografenfreund über die Interpretation von Wirklichkeit in die Haare bekommt. Den richtigen Ton zum Buch trafen auch Gerda Rieder und Vincent Vialard, die die Lesung musikalisch begleiteten.

Ein schwäbischer Poet
Was für ein Spannungsbogen liegt zwischen den stillgelegten Kohlerevieren Nordfrankreichs und dem schwäbischen Dorfleben. Leon, der Reiseschriftsteller, macht sich mit seinem Boxfreund Janko als Fotograf auf den Weg nach Frankreich, um diese „lost places“ aufzusuchen. Zurück lässt er seinen Vater in einem für ihn zu groß gewordenen Haus. Im Roman wechseln sich die beiden Schauplätze ab, so wie die Stimmungslage des Protagonisten der zwischen Selbstverwirklichung und familiärer Verantwortung hin und hergerissen wird. Und das gemeinsame Projekt scheint zu scheitern, als sich die beiden Freunde über die Deutungshoheit der Realität zu streiten beginnen.

Kai Wieland
„Zeit der Wildschweine“
Frühschoppenlesung

Sonntag, 13. September - 11 Uhr
Künstlerhaus Grüner Hof 5, Ulm

Kai Wieland
„Zeit der Wildschweine“

Roman
271 Seiten
Klett-Cotta
20,- Euro

Freitag, 04.September 2020 - Ein Tag am Meer
Der Himmel verabschiedete sich mit einem farbenprächtigen Schauspiel vom Langenauer Kultursommer. Auch die Störche verfolgten vom Kirchendach aus aufmerksam, wie Jürgen Hosemann sein neues Buch vor ausverkauftem Pfleghof vorstellte. Er erzählt darin nichts anderes als das Erlebnis eines Mannes, der am Strand von Grado einen Tag und eine Nacht verbrachte. „Das Meer am 31. August“ erzählt uns nichts Spektakuläres, aber der Autor - hauptberuflich Lektor - las so authentisch und eindringlich, dass sich die Zuhörer fragten, warum sie nicht längst selbst einmal dieses Abenteuer gewagt haben. Musikalisch umrahmt wurde dieser Meeresabend vom Duo Kern, Daniel an der Klarinette, begleitet an der Gitarre von seiner Mutter. Ein wunderbarer Abend und gleichzeitig ein schöner Ausklang des Sommer-Kultur-Festivals auf dem Pfleghof.

Freitag, 21. August 2020 - Wieder Literatur und Musik…
Wieder ein geglückter Abend auf dem Pfleghof – bereits zum 10. Mal hieß es Kultur trotz(t) Abstand – und ein gelungenes Wagnis Gitarre und Gesang mit der Vorstellung von Katharina Geisers neuem Roman zu verbinden. Bezeichnend für die Lesung im Freien ist der Titel des Buches „Unter offenem Himmel“. Die gekonnte Moderation des Abends von Angelika Mahr und die von der Autorin klug ausgewählten „Appetithappen“ aus dem Roman, verführten zum Weiterlesen. Man wollte einfach mehr erfahren von Klara und ihrer Urgroßmutter Elise, zwei eigenwilligen Frauen und deren wechselvollem Leben. Die Überraschung des Abends war aber das lokale Duo Daniel Rosch und Martin Jabs, die die Lieder des amerikanischen Songwriters Shawn Mullins mit sehr viel Einfühlungsvermögen auf die Bühne brachten.
Herzlichen Dank!

Freitag, 7. August 2020 - Weltmusik auf dem Pfleghof
Was war das für ein außergewöhnlicher Abend auf dem Pfleghof. Das achte kulturelle „blind date“ unserer Sommerveranstaltungen brachte auf der Bühne eine Trompete und eine Gitarre zusammen. Die international bekannten Musiker Joo Kraus und Michael Koschorreck hatten sichtlich Freude an ihrem Auftritt und diese übertrug sich in Windeseile auf das Publikum. Mit ihrem einfühlsamen Jazz und ihrer Interpretation von Klassikern der Pop- und Rockgeschichte entstand eine beschwingte Atmosphäre, die die glücklichen Zuschauer in eine andere Welt katapultierte.
Gerne geben wir den Dank der Musiker zurück für die glückliche Stunde auf dem Pfleghof.
Danke auch an Edwin Köperl vom Kulturamt, der diesen Abend erst möglich machte.

Freitag, 17. Juli 2020 - zum 5. Abend des Kultursommers traf die Literatur auf eine Tuba. Bestimmt hätte dies dem Universalgenie Jürgen von der Wense gefallen, versuchte er selbst doch auch als Komponist Fuß zu fassen. Wenses unstetes Leben in den letzten Kriegsjahren des Zweiten Weltkriegs ist das Thema des kleinen, feinen Romans von Christian Schultheisz, den dieser auf dem Pfleghof vorstellte. Und wie gesagt, Christoph Hesses Spiel an der Tuba und der Roman ergänzten sich bestens.
Gefördert durch das Hessische Literaturforum im Mousonturm e. V.


Freitag, 10.Juli 2020 – schön, wieder zeigten sich die Protagonisten des Abends in strahlendem Sonnenschein! Auch als Reminiszenz an das ausgefallene Internationale Donaufest in Ulm war die Donau Thema des Abends. Zu Gast bei unserem Kultursommer war Tamás Füzesi. Als 1. Konzertmeister des Philharmonischen Orchesters der Stadt Ulm sorgte er nicht nur für den musikalischen Teil der Veranstaltung. Er plauderte frisch mit Thomas Mahr über die Erlebnisse einer Kajakfahrt von Ulm bis ins Schwarze Meer. Ergänzt wurde der gelungene Abend von Sibylle Schleicher, die Geschichten und Lyrik aus der Donauanthologie „Der Fluss“ vortrug.


Freitag, 3. Juli 2020 – heute mussten wir nicht bangen. Für unsere Lesung mit Monika Helfer war uns der Himmel gewogen, und nicht nur das! Welch wunderbar rundes Zusammenspiel von Lesung, Moderation und Musik. In Peter Gerter am Akkordeon haben wir die musikalische Stimme der „Bagage“ hinzugewonnen. Wieder war die Veranstaltung ausverkauft und die Zuhörer/innen mit ihrem Blinddate vollauf zufrieden. Und wir haben nicht nur diesen Abend in uns wirken lassen, die Fahrt mit Monika Helfer nach Hohenems war wie ein kleiner Kurzurlaub!


Freitag, 19. Juni 2020 – den ganzen Nachmittag über bangten alle Veranstalter und warfen immer wieder einen flehenden Blick gen Wolkenhimmel. Aber der Wettergott meinte es gut mit uns und den über 80 neugierigen und kulturhungrigen Menschen. Thomas Seitz an der Trompete und Stephanie Knauer am E-Piano leiteten den Abend mit Beethovens Europa-Hymne stimmungsvoll ein. Nach einer Rede von Pfarrer Hauff, die sich auf die Spuren des Ursprungs der „Kultur“ begab, erklang ein wehmütiges und doch auch zuversichtliches „Summertime“. Dann warf sich der Buchhändler Thomas Mahr in Schale, besser gesagt: er trat in Verkleidung auf. Als Alexander Meixner von Deutschlandradio Kultur sprach er eine hypothetische, sympathische und auch humoreske Laudatio auf die kleine, umtriebige Stadt Langenau, die den Kulturstaatspreis 2028 erhalten hat. Wir freuen uns auf viele weitere Freitage im Pfleghof, mit Musik, Theater, Lesungen, Kabarett… mehr wird nicht verraten – lasst euch vor Ort überraschen!


Abenteuer im Kopf
Bestseller sind für mich – glücklicherweise gibt es immer wieder Ausnahmen – aufgereihte Zinnsoldaten an der Verkaufsfront. Erstaunlich, wie gut diese immer noch funktionieren, obwohl sich der Eindruck gewinnen lässt, dass sich die Leser immer mehr rechts und links der Bestsellerlisten zu orientieren beginnen. Es kostet nur ein klein wenig Mut und etwas Zeit, sich in einer guten Buchhandlung auf eine Entdeckungsreise zu begeben.
Ist es doch gerade die Stärke des Deutschen Buchhandels, dass ihn eine Vielfalt prägt, wie sie sonst nirgendwo auf der Welt existiert. Für jeden Leser gibt es bestimmt zukünftige Lieblingsbücher als Lebensbegleiter; allerdings, wenn man sich nicht auf die Suche begibt, wird man sie auch nicht finden. Gute Buchhändler sind die besten Fahnder auf der abenteuerlichenReise durch die Bücherwelt ihrer Kunden. Deshalb sind es eben nicht die Bestseller, die wir bei unserem Literarischen Quartett vorstellen, sondern Bücher, die zu ihren Lebensbegleiter werden können. Sicher ist deshalb unser Beruf auch so erfüllend; auf jeden Fall wollen wir mit Ihnen am 1. April wieder ein Fest der Bücher feiern!

Wegen Corona abgesagt!

Das Langenauer Literarische Quartett
lädt zum 48. Mal ein

Mittwoch, 1. April - 20 Uhr
Buchhandlung Mahr
Eintritt frei

Meister des dokumentarischen Erzählens
Wie kein anderer ist Martin Pollack in der Lage seine eigene Familiengeschichte so zu erzählen, dass sie Teil der großen Geschichte wird. Die Wurzeln seiner Eltern führen zurück in das heutige Slowenien, wo in Zeiten der Habsburgermonarchie Deutsche und Slaven einträchtig miteinander lebten; bis das Gift des Nationalismus diesen Frieden zerstörte. In seinem neuen Buch begibt sich der Historiker auf die Suche nach seiner Großtante Pauline. Die stille und zurückgezogene Frau war gänzlich frei von rassistischem Dünkel, die Nazi-Ideologie war ihr fremd. Dennoch wurde sie nach dem Krieg von jugoslawischen Partisanen verschleppt und endete, wie so viele, in einem Massengrab.

Wegen Corona abgesagt!

Martin Pollack
„Die Frau ohne Grab“
Lesung und Gespräch

Donnerstag, 2. April - 19 Uhr
Donauschwäbisches Zentralmuseum Ulm
Eintritt 5.- Euro

Martin Pollack
„Die Frau ohne Grab“

Bericht über meine Tante
184 Seiten
Paul Zsolnay Verlag
22,- Euro

Virginia Woolfs letzte Tage
Was für eine grandiose Idee, aber auch was für ein Wagnis, über das traurige Ende der vielleicht bedeutendsten Autorin des 20. Jahrhunderts einen Roman zu schreiben.
1941, die deutschen Bomber fliegen über ihr Cottage auf dem Land. Dorthin hat sich Virginia Woolf mit ihrem Mann Leonard zurückgezogen, nachdem ihr Haus in London von Luftangriffen zerstört worden war. Es ist ruhig geworden um das Schriftstellerpaar, das bisher bei offener Türe viele Gleichgesinnte um sich scharte. Nun hört die seelisch verletzte Autorin wieder Stimmen, die ihr in einer letzten Lebenskrise einen fatalen Entschluss einflüstern. Michael Kumpfmüller gelingt es, in diesen Tagen der Verzweiflung nicht nur die Auflösung einzufangen, er lässt uns auch ahnen, welch großartige Persönlichkeit wir mit Virginia Woolf verloren haben.

Wegen Corona abgesagt!

Michael Kumpfmüller
„Ach, Virginia“
Lesung

Mittwoch, 22. April - 20 Uhr
Kulturbahnhof Langenau
Eintritt 10,-/6.- Euro

Michael Kumpfmüller
„Ach, Virginia“

Roman
160 Seiten
Kiepenheuer & Witsch
22,- Euro

Der Unverstandene
Bei wohl keinem deutschen Klassiker liegt der Abstand zwischen Bekanntheit und dem Zugang zu seinem Werk so weit auseinander wie bei Friedrich Hölderlin. Und dies war auch schon zu seinen Lebzeiten so, obwohl Schiller und – dichterfürstlich verhalten - Goethe die Genialität eines bedeutenden Lyrikers gesehen haben - um ihn dann aber doch abzuweisen.
Zum fehlenden literarischen Durchbruch kommen noch seine prekären Lebensverhältnisse hinzu, beides Umstände, die Hölderlin als Mensch tief verletzten und letztlich seinen Wunsch, als unbedingter Dichter anerkannt zu werden, zum Scheitern verurteilten.
Zu lange hat es gedauert, bis die Literaturrezeption erkannte, dass seine Gedichte, aber insbesondere der Briefroman „Hyperion“ zum Bedeutendsten gehören, was die deutsche Literatur aufzubieten hat. Friedrich Hölderlin: einer der großen Dichter zwischen Klassik und Romantik, den seine Genialität am wirklichen Leben verzweifeln ließ.
Christian Schulz spürt diesem zweigeteilten Dichterleben nach und kommt dabei dem Werk Friedrich Hölderlins näher… lesen Sie hier den vollständigen Essay.

Wegen Corona abgesagt!

Friedrich Hölderlin
Eine Hommage zum 250. Geburtstag
Vortrag Christian Schulz

Mittwoch 25. März - 20 Uhr
Buchhandlung Mahr Langenau
Eintritt 5.- Euro

Jugoslawiens einziger Literaturnobelpreisträger
Wie kaum ein anderer hat sich Ivo Andrić mit Jugoslawien verbunden gefühlt. Kein Wunder, hat doch der in Kroatien geborene und in Bosnien aufgewachsene seinen späteren Lebensmittelpunkt in Belgrad gefunden. Der Journalist Michael Martens verstand es, in langjähriger und akribischer Recherche, das schillernde Leben dieses großartigen Schriftstellers nachzuzeichnen. Wahrlich eine Mammutaufgabe. Es ist ihm gelungen, Andrićs Leben in der Tragweite des Schreckens des vergangenen Jahrhunderts zu beschreiben: vom Attentat in Sarajevo, über die Diplomatenzeit in Berlins Hitlerdeutschland, bis hin zur inneren Emigration während des Krieges. In jener Zurückgezogenheit entstanden dann die großen Romane, von denen die „Brücke über die Drina“ zu den bedeutendsten zählt, die die Literatur auf dem Balkan vorweisen kann.

Wegen Corona abgesagt!

Michael Martens
„Im Brand der Welten“
Lesung und Gespräch

Donnerstag, 19. März - 19 Uhr
Donauschwäbisches Zentralmuseum Ulm

Michael Martens
„Im Brand der Welten“

Ivo Andric - ein europäisches Leben
Biografie
496 Seiten
Paul Zsolnay Verlag
28,- Euro

Chronik einer Herkunft
Das Ausgrenzen einer Familie, die am Rand eines Tiroler Dorfs auf einem Bergbauernhof lebt, ist gleichzeitig auch die Lebensgeschichte der Großmutter der Autorin. ‚Die Bagage‘ oder ‚das Gesindel‘, wie die Moosbruggers genannt werden, kann sich schlecht wehren, da der Vater gleich zu Beginn des Ersten Weltkriegs eingezogen wird. Und doch geht von der zurückgebliebenen Familie auch eine Faszination aus, die nicht zuletzt der Schönheit der Mutter geschuldet ist. Dies ist auch der Grund für die Begehrlichkeiten, die im Dorf geweckt werden. Maria, allein mit ihren Kindern, steht unter dem Schutz des Bürgermeisters. Aber eines Tages kommt ein junger Mann aus Deutschland, der hochdeutsch spricht und an die Tür des Hauses klopft. Der Vater, aus dem Krieg zurückgekehrt, wird mit dem Kind Grete nie ein Wort sprechen.

Wegen Corona abgesagt!

Monika Helfer
„Die Bagage“
Lesung

Dienstag, 17. März - 20 Uhr
Langenau Pfleghofsaal

Monika Helfer
„Die Bagage“

Roman
160 Seiten
Hanser
19,- Euro


Was für eine großartige Einrichtung...
…dieses Werkzeug, das uns in die Lage versetzt, allein oder mit Mitsängern unserem Lebensgefühl musikalisch Ausdruck zu verleihen. Das gemeinsame Singen in der Familie oder im Chor steigert dann noch zur Freude auch das Gemeinschaftsgefühl der Menschen, ob der Klangvielfalt und der spürbaren Kraft, die davon ausgeht. Die „Philosophie des Singens“ ist ein rundum gelungenes Buch, das die Faszination darüber, aber auch die ganze Bandbreite des Themas an und für sich einfängt. Und das Singen ist gerade wieder dabei populär zu werden, was die Gründung neuer Chöre belegt. Die Kulturwissenschaftlerin Maria Gorius, die am Sonntag, 1. März um 17 Uhr einen Vortrag halten wird, ist eine der Autorinnen des Buches; sie ist singend eine Allrounderin, die sich alter und neuer Chormusik annimmt und sowohl in Projektchören als auch in festen Ensembles mitwirkt. Als Sängerin fragt sie sich: Wie kommt das Glück in den Chor und was genau ist dieses Glück im Chor?

Maria Gorius
„Philosophie des Singens“
Vortrag

Sonntag, 1. März - 17 Uhr
Langenau Pfleghofsaal

Betina Hesse
„Philosophie des Singens“

224 Seiten
mairisch Verlag
22,- Euro


Kanzelpredigt in einer vollen Kirche
Für mich bedeutete es große Anerkennung unserer Arbeit und auch einen starken Vertrauensbeweis in der Thalfinger Thomas-Kirche die fünfte Kanzelpredigt zum Fastenthema zu halten. Meine Rede wurde doch sehr politisch und war geprägt von dem Glück in eine demokratische Gesellschaft hineingeboren zu sein, in einem vereinten Europa, das seit 75 Jahren Frieden lebt. Mein Blick auf die Zuversicht war aber begleitet von den Gedanken an eine solidarische Gemeinschaft, die von dem vorherrschenden Blick auf die Ökonomie gefährdet ist.
Mein Dank gilt Pfarrer Jean-Pierre Barraud, der mir die Möglichkeit gab, eine Predigt zu halten. Gleichzeitig danke ich den zahlreich erschienen Kirchgängern und freue mich über die vielen positiven Reaktionen, die meine Worte hervorgerufen haben.

Die die Predigt nachlesen wollen: Hier die Datei.

Besser Klima schützen

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Der Boden als Klimaretter
Achtlos gehen wir mit der Erde um, die wir im wahrsten Sinne des Wortes mit Füßen treten. In der Klimadiskussion kommt der Boden viel zu kurz. Gastgeber ‚Frankreich‘ hat auf der Klimakonferenz von Paris darauf hingewiesen, dass Humus der beste Kohlenmonoxid-Speicher wäre. Florian Schwinn hat in seinem Buch sehr profund das Wissen um den Boden zusammengefasst, sieht den Raubbau an Fläche mit Sorge. Er erklärt deutlich, welche Gefahren von der modernen Landwirtschaft für das komplexe System der so wichtigen Organismen im Boden ausgehen. Mit der Humuswende könnten die Bauern von Klimazerstörern zu Klimarettern werden. Welch grandioser Imagewandel wäre dadurch möglich!

Florian Schwinn
„Rettet den Boden“
Vortrag

Mittwoch, 19. Februar - 20 Uhr
Langenau Pfleghofsaal

Florian Schwinn
„Rettet den Boden!“

Warum wir um das Leben unter unseren Füßen kämpfen müssen
Sachbuch
272 Seiten
Westend
24,- Euro


Wir wollen blühende Wiesen
Kaum ein Lebensraum in unserem Land bietet mehr biologische Vielfalt als eine Wiese. Für die Älteren von uns ist dies mit vielen Erinnerungen verbunden. All die abenteuerlichen Entdeckungen oder der Blumenstrauß, den man aus den blühenden Wiesen der Mutter gebracht hat. Und heute: nur noch klägliche 2 % der Fläche unseres Landes sind mit Wiesen bedeckt. Wieviel wertvolles Leben in solch einem ökologischen Kleinod steckt, erklärt uns Jan Haft in seinem Buch, das zu einer Forschungsreise in ein wahres Naturparadies einlädt. Wir haben sein Buch als Aufforderung verstanden, uns für die Wiese einzusetzen. Bis zu seinem Auftritt in Langenau wird es uns gemeinsam mit Ihnen gelingen 3.000 Euro Spenden zu sammeln, sodass im kommenden Jahr zwischen Albeck und Hörvelsingen eine neue blühende Wiese entstehen kann.

Jan Haft
„Die Wiese“
Vortrag

Dienstag, 11. Februar - 20 Uhr
Langenau Pfleghofsaal

Jan Haft
„Die Wiese“

Lockruf in eine geheimnisvolle Welt
Sachbuch
256 Seiten
Penguin Verlag
20,- Euro



Grundlegendes zum Klimawandel
Den Auftakt zu unserer Reihe „Besser Klima schützen“ machen eine Biologin und ein Biochemiker der Uni Ulm. Sie werden einführend Grundlegendes zur Thematik beitragen und auf die Folgen des Klimawandels hinweisen. Dabei richten sie ihr Augenmerk auch auf die bisherigen politischen Maßnahmen, denn die Pariser Klimakonferenz gab 2015 ja richtungsweisende Vorgaben. Wie können die Klimaziele vielleicht doch noch erreicht werden? Wird das, was die Bundesregierung, aber auch Länderregierungen und Kommunen bisher unternommen haben reichen, um nachhaltig auf den Klimawandel Einfluss zu nehmen? Die beiden Wissenschaftler wenden sich mit ihrem Appell nicht nur an die große Politik. Ganz praktisch unterbreiten sie auch Vorschläge, wie jeder Einzelne einen kleinen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann.

Susanne und Michael Kühl
„Klimawandel - eine Spurensuche“
Vortrag

Donnerstag, 6. Februar - 20 Uhr
Langenau Pfleghofsaal


Gehen oder Bleiben
Die ungarische Grenze war im Spätsommer 1989 bereits offen für die flüchtenden Menschen aus Osteuropa. Es galt also nur noch die „drei Kilometer“ zu überwinden, von dem Dorf im Banat in Rumänien bis zur Grenze in die Freiheit. Es war ein heißer Sommer mit drückender Hitze und es war der letzte, denn dann sollte nichts mehr so sein, wie es war. Eine junge Frau und zwei Männer sind hin- und hergerissen, Rumänien zu verlassen in eine ungewisse Freiheit oder aber in der Heimat zu bleiben, in einem Land, das unter der Terrorherrschaft Ceaușescus litt. Eine Entscheidung zu treffen wirft natürlich existenzielle Fragen auf, die das bisherige Leben in Zweifel ziehen. Die Autorin, Nadine Schneider, selbst Kind von Auswanderern, hat in ihr eindringliches und sprachlich starkes Romandebüt sicherlich die Erfahrungen der eigenen Eltern einfließen lassen.

Nadine Schneider
„Drei Kilometer“
Lesung und Gespräch
Moderation: Eva-Maria Mahr

Donnerstag, 13. Februar - 19 Uhr
Donauschwäbisches Zentralmuseum Ulm

Nadine Schneider
„Drei Kilometer“

Roman
160 Seiten
Jung und Jung
20,- Euro


Falsche Wahrheiten
Ausgerechnet der wahrheitsliebende John Glueck, Amerikaner mit deutschen Wurzeln, kommt 1944 als Offizier der Propagandaabteilung an die Front bei Aachen. Im Hürtgenwald erlebt die amerikanische Armee ein Desaster. Keiner der Überlebenden GIs wird diese Schlacht je vergessen können.
Schon damals war die Politik verlogen und das muss Glueck 20 Jahre später bei seinem Einsatz in Vietnam erkennen. Er wird sich nun aber der Wahrheit stellen, was ihn direkt zu den Pentagon Papers führt, mitten ins Herz der Finsternis der größten Macht der Welt. Steffen Kopetzky erzählt genauestens und doch spannend Nachkriegsgeschichte und zeigt, dass im Krieg die Wahrheit immer als erstes stirbt.

Steffen Kopetzky
„Propaganda“
Lesung

Montag, 27. Januar - 20 Uhr
Langenau Pfleghofsaal

Steffen Kopetzky
„Propaganda“

Roman
496 Seiten
Rowohlt Verlag
25,- Euro

Wien - ein Paradies für Genießer
Er kann exquisit kochen, versteht sich bestens aufs Essen und ist ein brillanter Erzähler, wie er bereits mit einer Vielzahl seiner Bücher bewiesen hat. Vincent Klink muss selbst ein Vielleser sein, glänzt er doch in beiden Büchern über Paris und Wien mit Geschichten und Beschreibungen, die jeden Reiseführer in den Schatten stellen. Da spaziert nicht nur ein Bauch durch die europäischen Metropolen, nein, da ist auch ein hellwacher Kopf, der uns Leben und Mentalität der Wiener nahebringt. Und um wieder beim Bauch zu landen, die Gemütlichkeit, die Freude am Genuss und das stundenlange Sitzen im alten Caféhaus, das kommt ihm doch sehr entgegen. Den Tafelspitz und das hat er mit Kaiser Franz Josef gemeinsam, den würde er am liebsten jeden Tag essen und zu seiner Leibspeise erklären.

Vincent Klink
„Ein Bauch lustwandelt durch Wien“
Lesung

Sonntag, 19. Januar - 17 Uhr
Hotel Landgasthof Adler Rammingen

Vincent Klink
„Ein Bauch lustwandelt durch Wien“

384 Seiten
Ullstein Verlag
24,- Euro