Veranstaltungen
Kaminfeuer, ein bequemer Lesesessel und ein gutes Buch in der Hand (vielleicht noch ein Glas Rotwein), was braucht der Mensch mehr zum Glücklichsein! Das lässt sich nur noch steigern, wenn ein Autor zu uns als Gast nach Langenau kommt und nicht nur aus seinem Buch liest, sondern zu plaudern beginnt, von seinen Romanfiguren erzählt und den Zuhörer einen Blick in seine Schreibwerkstatt werfen lässt. Spannend und aufschlussreich ist es auch einen Verleger oder Lektor einzuladen, der mit Leidenschaft und Kenntnis von seinen Büchern zu erzählen weiß. Auch in diesem Jahr bieten wir Ihnen ein Vortrags- und Lesungsprogramm, das breitgefächert Ihr Interesse wecken soll. Eine Dichterlesung ist ja mehr als nur die Präsentation eines neuen Buches. Sie ist immer auch eine Begegnung zwischen Autor, Leser und den Buchhändlern; kurz – sie ist ein Fest der Literatur.
Nachts an der Grenze
Wenn Alex Capus eine Bühne betritt, um einen neuen Roman vorzustellen, hat er das Buch mit auf der Bühne. Eigentlich braucht er es gar nicht, vielleicht gibt es ihm beim Auftritt die Sicherheit, mit der er zu erzählen beginnt. Gebannt lauschen die Zuhörer, wenn er sie mitten hinein in das Geschehen des Romans nimmt und sie teilhaben lässt, an der Geschichte. Dabei verrät er niemals zu viel, so dass man am Ende des Abends gar nicht anders kann, als das Buch zu kaufen.
In seinem neuen, historischen Roman reisen wir mit ihm gut 100 Jahre zurück an die deutsch-schweizerische Grenze, er stellt uns einen Wirt vor, in dessen Stube allerhand Originale sitzen. Geheimnisvoll wird auch dessen zukünftige Frau von jenseits der Grenze auftauchen und bei ihm bleiben. Acht Kinder werden die beiden bekommen, das Leben nimmt seinen Lauf. Bis sich die älteste Tochter in einen Schmuggler verliebt. Doch jenseits der Grenze kommen 1933 die Nazis an die Macht und heimlich über die Grenze zu kommen, wird lebensgefährlich.
Alex Capus
„Querfeldein“
Lesung
Sonntag, 30. August
20 Uhr
Langenau Pfleghofsaal
Eintritt 15,- / 10,- Euro
Mutige Frauen unter mafiösen Männern
Vorspann: Leipzig Buchmesse, ganz raffiniert gibt uns ein befreundeter Verleger ein „Pröbchen“ eines im Herbst erscheinenden Buches mit, wohlwissend, dass die Leseprobe nach dem ersten Kapitel endet. Wir sitzen im Zug und lesen, was heißt lesen, wir verschlingen den Appetithappen mit dem frustrierenden Ergebnis nicht weiterlesen zu können…
Kaum zurückgekehrt, erfahren wir, die amerikanische Autorin kommt nach Deutschland und es war klar, sie muss zu uns nach Langenau kommen. Freuen sie sich auf einen Roman, der sie in die 60er Jahre zurückversetzt, in den südlichsten Süden der italienischen Halbinsel, in ein abgelegenes Bergdorf. Dort soll die Amerikanerin Francesca einen Kindergarten ins Leben rufen, um die Moderne in die dort verkrustete Männerwelt zu bringen. Und so beginnt sie anzukämpfen gegen tief verwurzelte Traditionen einer patriarchalischen Welt, ein Dorf, das bisher bei jedem Unrecht schwieg, statt aufzubegehren. Doch zurück zu diesem fesselnden Erzählton, zu dieser Sprache eines Romans, der beim Lesen verzaubert und an die alten italienischen Kinofilme erinnert.
Juliet Grames
„Die verlorenen von Santa Chionia“
Lesung
Mittwoch, 9. September
20 Uhr
Langenau Pfleghofsaal
Eintritt 15,- / 10,- Euro
Spätsommer, die Trauben sind reif
Geschichten verschwinden mit Menschen, wenn niemand mehr da ist, der sie erzählt. Ein Grund, dass Nadine Schneider auch mit ihrem neuen Roman wieder bei ihrer Familie bleibt. Doch mit dem Roman „Das gute Leben“ greift sie weiter aus und stellt den rumäniendeutschen Hintergrund nicht mehr so sehr in den Mittelpunkt. Die Großmutter, die im Gegensatz zu deren Mutter, Rumänien 1960 verlässt, in Nürnberg bei einem großen Versandhaus landet und dort 35 Jahre lang Pakete versandfertig macht. Sie, die nicht nur ihre Tochter, sondern später auch noch ihre Enkeltochter allein großzog, hat sie ein glückliches Leben geführt, oder hat sie im Leben am Leben vorbei gelebt? Stück für Stück, doch keineswegs chronologisch, fächert Nadine Schneider das Leben von vier Frauen auf. Die Autorin hat ein feines Gespür für das Detail, aus dem heraus ein großartiger Roman entstanden ist, poetisch, und der doch exemplarisch für die Geschichte vieler Frauen des vergangenen Jahrhunderts steht. Wir dürfen uns auf ein interessantes Werkstattgespräch freuen, denn Jürgen Hosemann, der Lektor ihres Buches, wird den Abend moderieren.
Nadine Schneider
„Die verlorenen von Santa Chionia“
Lesung
Moderation: Jürgen Hosemann
Donnerstag, 24. September
19 Uhr
Donauschwäbisches Zentralmuseum Ulm
Eintritt 5,- Euro
Ein Jahrhundert im Brennglas
Geboren 1901 und selbst nie im Krieg gewesen, wird Adrian zwei Kriege hautnah erleben. Junge Männer, die an der Front waren und nicht unbeschadet von den Schlachtfeldern zurückkehren werden, bestimmen sein Leben, fast mehr noch als der Axthieb des Vaters, der in untauglich gemacht, sich an diesem sinnlosen Abschlachten zu beteiligen. Der Held von Norbert Gstreins neuem Roman bleibt ein Mitläufer, ein Untertan, der aber Unterstützung von einer Baronin erhält, die ihm ein Studium ermöglicht. Sie ist dankbar, dass er den im Krieg schwer verletzten und entstellten Sohn betreute. Er wird Lehrer für Geschichte in Zeiten, als sich die Diktatoren die Wirklichkeit ohne Rücksicht auf die Wahrheit zurechtbogen. Wieder wird er einem jungen Menschen begegnen, und Adrian in dessen Schuld verstrickt.
Adrian Reiter ist ein Sonderling und doch zugleich ein Beispiel dafür, was dieses grausame Jahrhundert aus den Menschen gemacht hat. Erst im Alter wird er in England sein Glück in einer späten Liebe finden.
Norbert Gstrein
„Im ersten Licht“
Lesung
Mittwoch, 7. Oktober
20 Uhr
Langenau Pfleghofsaal
Eintritt 15,- / 10,- Euro
Russland – enttäuschte Illusionen
Für die Journalistin und Osteuropa-Expertin bedeutete der Kriegsausbruch in der Ukraine doppeltes Leid. Denn genau an dem Tag, als die russischen Panzer die Grenze ihres Nachbarlandes überrollten, nahm sich die beste Freundin Christiane Hoffmanns das Leben.
Eine Frau, mit der sie in den 1990er Jahren in Moskau lebte. Wie groß waren die Hoffnungen in der Zeit von Gorbatschow und Glasnost, die jungen Journalistinnen gerade fertig mit dem Slawistik Studium, glaubten, dass vielleicht sogar ein demokratisches Russland möglich wäre. Hoffmann, die auch schon als Regierungssprecherin in die inneren Zirkel der Macht blicken konnte, leistet mit diesem neuen Buch Trauerarbeit. Wäre der Selbstmord zu verhindern gewesen und wie hätte dieser schreckliche Krieg zwischen Russland und der Ukraine aufgehalten werden können? Die Journalistin hat bereits in ihrem ersten Buch „Alles war wir nicht erinnern“ vor der Entwicklung in Russland und Putins Machthunger gewarnt. Ihr Buch ist aber nicht als Anklage zu verstehen, vielmehr ist es ein Versuch die Erinnerungen an die glückliche Zeit, die sie in Russland erlebt hat nicht zu verdrängen, in der Hoffnung auf Frieden.
Christiane Hoffmann
„Die Träume, die wir hatten“
Lesung
Mittwoch, 4. November
20 Uhr
Langenau Pfleghofsaal
Eintritt 15,- / 10,- Euro
Reiseziel – die Friedhöfe Mitteleuropas
Böhmischer Humor ist eine Kombination von Verschmitztheit, die sich aber selbst auf die Schippe nehmen kann und gleichzeitig schwingt immer auch etwas Melancholie mit. Kurz und gut steht symbolisch dafür Josef Schweijk, die Romanfigur von Jaroslav Hašek. Ein anderer Jaroslav – Jaroslav Rudiš – sieht sich ganz in dieser Tradition, wenn er sich aus seinem böhmischen Paradies aufmacht, um mit seinem neuen Roman auf den alten Friedhöfen Mitteleuropas die Toten sprechen zu lassen. Dafür sind Lorenzo, Caspar und Miss Detroit unterwegs in einem alten Saab. Drei Freunde, irgendwo zwischen Lebensmitte und Lebensmüdigkeit. Der eine schreibt seine Doktorarbeit über die toten europäischen Dichter und der andere, der fast blinde Kaspar, denkt an die verstorbenen Freunde seines Vaters, während die Frau gerne als Botanikerin durch die Blumen mit den Toten sprechen möchte. Absurd ja, doch es kommt noch besser. Als diese drei auf ihren Erkundungen dann Reichsbürger auf einem Berliner Friedhof erwischen, wie sie die Knochen einer Nazigröße entwenden wollen, wird das Ganze noch rasanter. Es beginnt einen Verfolgungjagd durch ein Europa, dessen Ideale zu verteidigen sind.
Jaroslav Rudiš
„Wo die Toten sprechen“
Lesung
Donnerstag, 19. November
20 Uhr
Langenau Pfleghofsaal
Eintritt 15,- / 10,- Euro
Zwischen Schwarzem Meer und Kaukasus
Lange Zeit war es ein bescheidenes, aber glückliches Leben in einem deutschen Dorf im russischen Nirgendwo der Schwarzmeerebene. Bis das grausame 20. Jahrhundert mit Revolution und Krieg alles in Angst, Schrecken und Vertreibung verwandelte. Und doch setzte es sich eine junge Frau in den Kopf, in jenen Jahren Ärztin zu werden. Sie beginnt dann Jahrzehnte später, nach unendlich viel Entbehrung und erfahrenem Leid, in ihrer neuen Heimat in Bayern, ihr Leben aufzuschreiben. Als ihr Enkel nach ihrem Tod diese Erinnerungen entdeckt, befindet er sich gerade im Aufbruch nach Kiew, um dort für eine Hilfsorganisation zu arbeiten. Sein humanitäres Engagement überschneidet sich schicksalhaft mit der Erkundung auf den Spuren seiner schwarzmeerdeutschen Vorfahren. Der Autor verbindet seine Erlebnisse im gegenwärtigen Krieg, dessen Grauen er hautnah erlebt, mit dem Leben seiner Großmutter. Beides steht für Menschlichkeit und Mut, das unbeugsame Leben einer Frau während des Stalinismus und sein karitativer Einsatz im gegenwärtigen Krieg.
Ein bewegendes Buch - und wir schätzen uns glücklich, dass wir den Autor, der für eine europäische Menschenrechtsorganisation tätig ist und mit seiner Familie in Armenien lebt, in Langenau begrüßen dürfen.
Michael Riepl
„Ferne Heimat Altmontal“
Lesung
Mittwoch, 25. November
20 Uhr
Langenau Pfleghofsaal
Eintritt 15,- / 10,- Euro
Ein Applaus den guten Büchern
Unaufhaltsam bewegt sich unser literarische Quartett auf die 60. Buchvorstellung zu. Das heißt, seit 30 Jahren trifft sich im Frühjahr und im Herbst ein Kreis von Bücherfreunden in der Buchhandlung Mahr, der gespannt ist auf die neuen, lesenswerten Bücher der Saison. Wir sind so glücklich, dass wir mit unserem „Quartett“ ein Format gefunden haben, das die Leserinnen und Leser anspricht und mit dem unsere Engagement für das Buch im Alltag zweimal im Jahr einen erfolgreichen Höhepunkt erlebt.
Immer häufiger reiben wir uns ungläubig die Augen, ob der rasenden Veränderungen in der Gesellschaft – Veränderungen, die auch am Buchhandel nicht spurlos vorüber gehen. Fast schon ist es als Glücksfall zu bezeichnen, dass die großen Verlage, aber mehr noch die kleinen unabhängigen Verlage, große Literatur entdecken. Einmal entdeckt, leuchten sie wie Sterne am Himmel, sie sind aber im Heuhaufen der Massenware oft schwer zu finden. Ihnen diese Fundstücke näher zu bringen, ist das Schönste an unserem Beruf und es macht uns glücklich, wenn Sie uns begeistert von Ihren Leseerfahrungen erzählen.
Das Langenauer Literarische Quartett
lädt zum 58. Mal ein
Sonntag, 29.November
11 und 14 Uhr
Buchhandlung Mahr
Eintritt frei, bitte anmelden


Das Wetter war mehr als mediterran, die Fischsuppe köstlich und der Pfleghof bestens gerüstet für eine gelungene kroatische Nacht. Doris Akrap las aus ihrem außergewöhnlichen Reiseführer über Dalmatien, erzählte von dem Land, das hinter der Küste liegt, so wusste sie von der größten Mercedes-Dichte der Welt zu berichten, die sogar durch ein Denkmal eines Oldtimers aus Granit belegt wird. Alida Bremer las aus ihren Romanen und unterstrich wieder einmal die Herzlichkeit ihres Heimatlandes Kroatien und der Bedeutung der Großmütter. Dies bestätigte auch Miroslav Nemec, der erzählte, dass er in einem Matriarchat von Tanten und Großmüttern aufgewachsen ist. Als Höhepunkt des Abends las er dann aus dem Roman „Freelander“ von Miljenko Jergović Ein kroatischer Renter auf dem Weg von Zagreb nach Sarajevo. Die ausgewählte, humorvolle Passage führte mitten hinein in ein Fußballspiel, das sich zu einer Humoreske ausweitete und wie kein anderer brachte Nemec das Publikum zu Lachen.
Doch was wäre diese kroatische Nacht ohne die Musik gewesen. In der modernen Interpretation von alten kroatischen Volkslieder und neuen Songs haben die Musiker um das „Viertonsofa“ mit den grandiosen Stimmen von Željka Badurina und Alexander Seitz das Publikum verzaubert.
Eine Nacht voller Poesie, die das Land zwischen Adria und Donau mitten im Pfleghof lebendig werden ließ.
Danke, an alle helfenden Hände!
„Kroatische Nacht“
Mit Doris Akrap
Alida Bremer
und Miroslav Nemec
Musik vom VierTonSofa
Samstag, 27. Juni
19 Uhr
Langenau OpenAir
"Vom Glück im Chor zu singen", das konnten alle Besucherinnen und Besucher gestern Abend im ROXY live erleben.
Was war das für ein fulminanter, überraschender, glücklich strahlender Abend. Stefan Moster stellte sein Buch vor, Benno Schachtner stimmte mit dem Publikum eine gelungene Chorprobe an, vierstimmig, weckte in allen die Lust an der eigenen Stimme! Und richtig Feuer in die Halle, das brachte SIYOU mit ihrem SWU-Chor, da gab es kein Halten mehr.
Ein herzlicher Dank für die gekonnte, kluge Moderation durch den Abend geht an Jürgen Kanold, SWP.
Stefan Moster
„Vom Glück, im Chor zu singen“
Benno Schachtner
Chorakademie DIADEMUS
Lesung und Gespräch
Moderation: Jürgen Kanold
Dienstag, 19. Mai
20 Uhr
Roxy Ulm

Wie gerne hätte man den Beiden noch länger zugehört, ein solch schönes, persönliches, aber auch literarisches Gespräch zwischen Nelio Biedermann und der begeisterten Buchhändlerin, das einmal mehr zeigte, mit welcher Freundlichkeit und Empathie der junge Schweizer Schriftsteller seinen Roman vorstellt. Man hätte aber auch noch lange den Passagen lauschen können, die der Autor in seiner weichen und doch eindringlichen Sprache vorlas und nicht zuletzt hätte man sich von der schönen Gitarrenmusik noch ein weiteres Mal verzaubern lassen. Doch immer, wenn es am schönsten ist…
Was war das für eine schöne Stimmung im ausverkauften Pfleghofsaal und wirklich, das was man aus seinem Roman herauslesen konnte, man will es aufgrund der Alters nicht glauben, man begegnete an diesem Abend einem klugen und bedachten Menschenfreund, der sein Publikum verzauberte.
Nelio Biedermann
„Lázár“
Lesung mit musikalischer Begleitung
Mittwoch, 6. Mai
20 Uhr
Langenau Pfleghofsaal

Was war das wieder für ein herrlicher, mit Büchern angefüllter Sonntag. Wieder waren wir zu beiden Veranstaltungen ausgebucht – ein herzlicher Dank an unsere lesebegeisterten, immer wieder neugierigen Leserinnen und Leser, die sich „übermütig“ auf das wartende Bücherbüffet gestürzt haben. Liebe Sabine, lieber Martin, lieber Christian, wir sagen herzlich danke schön für eure enthusiastische Unterstützung. Bei solch frischen Buchtipps möchte man gleich nach Hause eilen, die ausgewählten Bücher unterm Arm und los lesen. Für alle zuhause gebliebenen ein Trost, hier gibt es die Liste der besprochenen Bücher und – versprochen- es warten noch ein paar Bücher auf euch. Außerdem ist dieses Frühjahr überbordend mit Neuerscheinungen, die unbedingt gelesen werden wollen.
Wenn es uns nur endlich gelänge, auch die dazugehörige Zeit mit in die Taschen zu packen – wir arbeiten dran.
Die Liste zu unseren vorgestellten Büchern beim Quartett:
Dagmar von Gersdorff
„Alle Schönheit, aller Zauber. Lucie und Hermann von Pückler“
Insel Verlag
280 Seiten
26.- Euro

Weniger ein Spionageroman, vielleicht ein Abenteuerroman, auf jeden Fall ein Buch, das zum herzhaften Lachen einlädt. Dies unterstreicht die Reaktion des Publikums im Pfleghof, die von Kristof Magnusson bestens unterhalten wurden. Nach einem kleinen Werkstattgespräch entführte der deutsch-isländische Autor die Zuhörer in die 1990er Jahre, als nach dem Fall der Mauer alles möglich schien – sogar der Frieden. Nur für Spione – zumal, wenn sie für beide Seiten unterwegs waren – wurde es schwer. Also schnappt sich ein deutscher Doppelagent zu seiner Unterstützung einen jungen Schriftsteller mit dem er zum Hubschrauberkauf nach Kasachstan aufbricht.
Kristof Magnusson
„Die Reise ans Ende der Geschichte“
Lesung
Mittwoch, 11. März
20 Uhr
Langenau Pfleghofsaal

Wir wollten zwei ganz besondere Dinge miteinander verbinden. Eine Lesung mit Ilma Rakusa, einer der bedeutendsten Intellektuellen der Gegenwart und der Vorstellung ihres Verlages, dem österreichischen Droschl Verlag aus Graz. Leider musste die gerade erst 80 Jahre alt gewordene Schriftstellerin wegen Krankheit passen. Dass die Veranstaltung trotzdem so gelungen war, lag an der Verlegerin Annette Knoch, die ihren Verlag dem Publikum anschaulich näherbrachte und an Angelika Mahr, die als Vorleserin Frau Rakusa so gut ersetzte. Das I-Tüpfelchen des Abend waren dann die Gitarrenklänge von Daniel Rosch, die so gut zu den Tagebuchaufzeichnungen, teils politisch oder poetisch und dann wieder ganz alltäglich, passten.
Droschl – ein Verlag stellt sich vor
Annette Knoch
zu Gast Ilma Rakusa
Musik: Daniel Rosch
Donnerstag, 5. Februar 2026
20 Uhr
Buchhandlung Mahr

Auf einen Ausflug in die Welt der Bücher entführte uns Torsten Woywod, der uns mit seinem Buch „Mathilde und Marie“ besuchte. Er berichtete uns von seiner Weltreise, die ihn durch die verschiedensten Buchhandlungen und Bücherdörfer führte, und ihn schließlich nach Redu in den belgischen Ardennen brachte, den Ort, an dem auch sein Roman spielt. Auch nahm er uns mit in den Entstehungsprozess seines Buches: von der ersten Idee, über verlorene Notizen aufgrund eines kaputten Handys, durch seine Schaffensphasen, die er an den freien Tagen neben seinem Beruf in einem Verlagshaus taktet, bis hin zur Verlagsfindung - auch der Weg von der Idee zum fertigen Buch ist eine große Reise. Und natürlich wurde auch gelesen, aus dem wunderbaren Buch über das Lesen und das Zuhören. „Mathilde und Marie“ sorgten dafür, dass wir Zuhörenden die Lesung mit einem warmen Gefühl im Herzen verlassen konnten.
Torsten Woywod
„Mathilde und Marie“
Lesung
Donnerstag, 29. Januar 2026
20 Uhr
Langenau Pfleghofsaal

Wahrlich von einem Wunderland berichtete Harald Jähner, als er sein neues Buch über die späten 1950er und die 1960er Jahre unseres Landes vorstellte. Mit Witz und Esprit antwortete der Autor auf die Fragen des Buchhändlers und so wurde das Publikum zu Anfang des Abends mitgenommen auf einen Spaziergang durch eine Wohnung, die sich so rasant veränderte, wie seine Bewohner. Als er dann später aus dem Buch Passagen über den „Gammler“ und den „Playboy“ vorlas, wurden zwei Spezies von Mann vorgestellt, die so typisch waren für die „Pubertätsjahre“ der BRD. Jähner versteht es bestens, dem Zuhörer Zeitgeschichtliches auf unterhaltsame Weise nahezubringen. Danke an das aufmerksame Publikum, das Information und Humor gleichsam genoss.
Harald Jähner
„Wunderland“
Lesung
Mittwoch, 14. Januar 2026
20 Uhr
Langenau Pfleghofsaal