Heiliger Bimbam!
Es gibt sie also tatsächlich und wenn man sich nach der Kabbala richtet, gibt es sogar mehr als 300 Milliarden. Die Hochrechnung zu Luthers Zeiten kommt auf immerhin noch 2,5 Milliarden, also pro Christ 100. 000. Wer weiß uns das zu erzählen? Es ist der New Yorker Essayist Eliot Weinberger der wie kein anderer in der Verkürzung seiner Texte auf die Quintessenz stößt.
Seriös macht er sich in dem schönen Buch des Berenberg Verlags auf die Suche nach den Engeln und den Heiligen und entdeckt in einer Vielzahl von theologischen Schriften diese Wesen aus der Zwischenwelt der Schöpfung. Was aber wissen wir über diese himmlischen Wesen? Woher kommen sie, woraus sind sie gemacht, wie kommunizieren sie miteinander, können sie hören, riechen, schmecken, fühlen? Die Antworten kennt Eliot Weinberger. Diese himmlischen Heerscharen sind aber nicht immer nur die Verbreiter froher Botschaften, Weinberger findet in seiner poetischen Recherche auch den einen oder anderen Engel des Bösen, dem die guten mit dem Schwert begegnen.
Bei den irdischen Gegenstücken der Engel – den Heiligen – erspart uns Weinberger die subtilsten Foltermethoden, die diese zu erleiden hatten und erzählt vielmehr in chronologischer Genauigkeit von außergewöhnlichen Menschen, bei denen die Kirche nicht umhinkam, sie heilig zu sprechen. Wo Engel und Heilige sich treffen, ist ein Teufel nicht weit. Und auch dieser hat seine Helfer, aber das ist dann schon wieder eine andere Geschichte…
Eliot Weinberger
„Engel und Heilige“
168 Seiten
Berenberg Verlag GmbH
28,- Euro
