Veranstaltungen
Kaminfeuer, ein bequemer Lesesessel und ein gutes Buch in der Hand (vielleicht noch ein Glas Rotwein), was braucht der Mensch mehr zum Glücklichsein! Das lässt sich nur noch steigern, wenn ein Autor zu uns als Gast nach Langenau kommt und nicht nur aus seinem Buch liest, sondern zu plaudern beginnt, von seinen Romanfiguren erzählt und den Zuhörer einen Blick in seine Schreibwerkstatt werfen lässt. Spannend und aufschlussreich ist es auch einen Verleger oder Lektor einzuladen, der mit Leidenschaft und Kenntnis von seinen Büchern zu erzählen weiß. Auch in diesem Jahr bieten wir Ihnen ein Vortrags- und Lesungsprogramm, das breitgefächert Ihr Interesse wecken soll. Eine Dichterlesung ist ja mehr als nur die Präsentation eines neuen Buches. Sie ist immer auch eine Begegnung zwischen Autor, Leser und den Buchhändlern; kurz – sie ist ein Fest der Literatur.

2017

Zu den vergangenen Veranstaltungen

Donauaufwärts
Entgegen seiner beiden Vorbilder Claudio Magris und Péter Esterházy hat der BBC-Korrespondent Nick Thorpe den umgekehrten Weg gewählt und ist vom Schwarzen Meer die Donau entlang zum Schwarzwald gereist. Dabei kam der Engländer zu dem Resümee, dass der große Strom ein Geschenk für Europa sei. Sein angelsächsischer Blick lässt uns unseren Kontinent neu entdecken, dabei wird der Journalist nicht müde auf die kulturellen und geografischen Besonderheiten hinzuweisen, ja, davon zu schwärmen. Vor allem die menschlichen Begegnungen, seine Gespräche und seine Offenheit, machen das Buch so interessant. Wie gerne hätte man den Autor auf seiner Reise begleitet.

Nick Thorpe
„Die Donau“
Lesung und Gespräch

Donnerstag, 21. September 2017 - 19 Uhr
Donauschwäbisches Zentralmuseum Ulm
Eintritt 5,--


Nick Thorpe
„Die Donau“

Eine Reise gegen den Strom
384 Seiten
Zsolnay
26,-- Euro


Die „Grand Nation“ zu Gast in Frankfurt
Man darf gespannt sein, wie sich Frankreich als Gastland in seiner ganzen Vielfalt auf der kommenden Frankfurter Buchmesse präsentieren wird. Es wäre vermessen, an unserem Abend den Versuch zu unternehmen, die große Geschichte oder gar die reiche Literatur erschöpfend zu behandeln. Also gilt es weder eine historische Chronologie noch die Epochen der Literatur ganz zu durchforsten.
Es ist ein offenes Geheimnis, dass Frankreich das bevorzugte Reiseland des Buchhändlers ist. Deshalb wird der Abend zu einer Liebeserklärung an unseren wichtigsten europäischen Nachbarn werden. Der Streifzug bietet das Amuse-Gueule mit der Aufforderung an die Zuhörer, das Menü der Lektüre unbedingt selbst zu Hause nach zu holen. Und was das Savoir-vivre betrifft, können wir immer noch wahrlich viel von Frankreich lernen.

Buchmessegastland
Frankreich

Mittwoch, 4. Oktober 2017 - 20 Uhr
Buchhandlung Mahr
Eintritt 5,--/4,--

Ein neuer Politthriller aus Belgrad
Kriminalromane können manchmal erhellender sein, als eine Dokumentation. Dabei handelt es sich bei dem neuen Roman des Autorenduos wieder um einen spannenden Politthriller. 25 Jahre ist es her, dass zwei halbstarke Jungs auf offener Straße einen jugendlichen Roma erschlagen haben. Einer der beiden Täter konnte damals fliehen. Kaum ist er nach Belgrad zurückgekehrt, wird er tot am Donauufer aufgefunden. Ein Fall für die Kriminologin Milena Lukin, die nicht an einen Selbstmord glaubt. Sehr schnell stößt sie auf einen Mord, der das Schicksal eines ganzen Landes bestimmte. Die Autoren verstehen es geschickt Spannung aufzubauen, dabei aber immer eine reale Geschichte aus der Metropole Serbiens miteinfließen zu lassen.

Jelena Volic
Christian Schünemann
„Maiglöckchenweiß“
Lesung und Gespräch

Donnerstag, 19. Oktober 2017 - 19 Uhr
Donauschwäbisches Zentralmuseum Ulm
Eintritt 5,--


Jelena Volic und Christian Schünemann
„Maiglöckchenweiß“

Ein Fall für Milena Lukin
320 Seiten
Diogenes
22,-- Euro

Von den Selbstverständlichkeiten...
...die es zu hinterfragen gilt. Was ist das für ein gelungenes Schelmenstück, das uns Ingo Schulze mit seinem neuen Roman erzählt. Da wird ein Waisenkind aus dem Osten nach der Wiedervereinigung zum Millionär; und dieser Peter Holtz wünscht sich nichts sehnlicher, als das Geld so schnell wie möglich wieder los zu werden. Trotz des Regimewechsels bleibt sich dieser Eulenspiegel in seiner Andersartigkeit treu. Die Narren sind es ja, die die Wahrheit sagen und der Lauf unserer Welt widerspricht jeglicher Logik. Ingo Schulze hat nicht nur einen humorvollen Roman geschrieben, sondern mit seinem Peter Holtz eine Figur geschaffen, die wir so bisher nicht kannten, die aber umso wichtiger ist, weil es ihr gelingt, unsere Gesellschaft zu demaskieren.


Ingo Schulze
„Peter Holtz“
Lesung


Montag, 23. Oktober 2017 - 20 Uhr
Langenau Pfleghofsaal
Eintritt 10,--/6,--


Ingo Schulze
„Peter Holtz“

Sein glückliches Leben erzählt von ihm selbst
576 Seiten
S. Fischer
22,-- Euro

Ein Lebenswerk
„Wer in den Menschen keinen Trost finden kann, für den ist auch Gott nur eine Kulisse“. Mit solchen Sätzen besticht Attila Bartis‘ neuer Roman „Das Ende“. Die 700 Seiten werden zukünftig sicherlich als sein Hauptwerk gelten. Ein Buch, das von Lüge und Erpressung erzählt, aber auch von der Liebe, die in ihrer Obsession so verletzen kann. Der Roman zeichnet die jüngste Geschichte Ungarns nach, wenn die Hauptfigur, der leidenschaftliche Fotograf András Szabad, beginnt, sein Leben aufzuschreiben. Was für eine Kindheit, als der Vater nach dem Ungarn-Aufstand ins Gefängnis kommt und bald darauf auch die Mutter stirbt.

Attila Bartis
„Das Ende“
Lesung und Gespräch

Auf Deutsch liest Karl Heinz Glaser

Mittwoch, 8. November 2017 - 19 Uhr
Donauschwäbisches Zentralmuseum Ulm
Eintritt 5,--


Attila Bartis
„Das Ende“

Roman
751 Seiten
Suhrkamp
28,-- Euro

Aus dem Leben eines Taugenichts
Nein, ein braver Soldat Schwejk ist Melinda Nadj Abonji Schildkrötensoldat keineswegs. Dafür hat das Kind einer Tagelöhnerin und eines „Halbzigeuners“ in seiner Kindheit zu viel erdulden müssen. Zoltan Kertesz ist ein Sonderling, einst in brausender Fahrt von Vaters Motorrad gestürzt und vom Bäcker in der Lehrzeit ständig geschlagen, zieht er sich zurück in sein Land der Phantasie. Ausgerechnet dieser Taugenichts soll nun beim Militär Karriere machen, in einer Armee, die sich gerade anschickt, den grausamen Bürgerkrieg in Jugoslawien anzuzetteln. Doch als Zoltans einziger Freund die Schinderei der Ausbildung mit dem Leben bezahlt, beginnt sich unser Held mit der Kraft der Phantasie zu wehren. Die ausgezeichnete Schweizer Autorin hält mit ihrem neuen Roman dem Weltbild des militärischen Befehlens das vogelwilde Denken der Freiheit entgegen.


Melinda Nadj Abonji
„Schildkrötensoldat“
Lesung


Donnerstag, 9. November 2017 - 20 Uhr
Langenau Pfleghofsaal
Eintritt 10,--/6,--


Melinda Nadj Abonji
„Schildkrötensoldat“

Roman
173 Seiten
Suhrkamp
20,-- Euro

Lesen als Therapie
„Ach wissen Sie, ich schlafe abends beim Lesen immer gleich ein.“ „Schön für Sie“, lautet die kurze Antwort des Buchhändlers, aber auch schade. Bücher als Schlafmittel zu nutzen, bedeutet die verpasste Chance, wirklich einzutauchen in die Welt der Literatur. Der Wert von Lektüre erschließt sich in der wachen, der konzentrierten Tageszeit, der man dem Lesen ab und an ein Stündchen widmen sollte. Dann stellt man fest, welch ein Kosmos in den guten Büchern steckt. Und solche wollen wir wie immer bei unserem literarischen Quartett vorstellen. Nicht nur Unterhaltsames, sondern eben Bücher, die den Leser (heraus)fordern, die am Ende angelangt die entscheidenden Fragen des Lebens angesprochen haben. Ja, Lesen verlangt Konzentration, dabei kann Lesen zur Therapie werden und es können sich jenseits des Alltags große Welten auftun.

Das Langenauer Literarische Quartett
lädt zum 43. Mal ein
Donnerstag, 30. November 2017 - 20 Uhr
Buchhandlung Mahr
Eintritt frei

Weihnachtsgefühle tanken
Kann man das heute überhaupt noch? Man kann! Trotz den Nikoläusen in den Regalen der Supermärkte, bereits im Oktober, trotz all der kitschigen Werbung, und auch dann noch, wenn einen der Stress mit den Weihnachtseinkäufen an den Rand der Verzweiflung bringt. Doch wie Gefühle für die Adventszeit wecken? Lassen Sie sich überraschen und kommen Sie mit Ihren Kindern oder Enkelkindern (ab 6 Jahren) am 1. Adventssamstag zu uns in die Buchhandlung.
Dort wird das „Hotel Wunderbar“ zum Leben erwachen, wird uns verzaubern und auch Mika, von Weihnachtsmuffeln umgeben, entdeckt die „warmen schönen Weihnachtsgefühle“. Mehr darf jetzt allerdings noch nicht verraten werden.


Jutta Nymphius
„Hotel Wunderbar“

Samstag, 2. Dezember 2017 - 15 Uhr
Buchhandlung Mahr
Unkostenbeitrag 3,--
Wir bitten um Anmeldung!


Jutta Nymphius
„Hotel Wunderbar“

144 Seiten
Tulipan
13,-- Euro

2018

Die Spur des großen Geldes
Endlich scheinen finanziell für Georg Dengler besser Zeiten anzubrechen. Aber nicht nur wegen des Geldes, sondern auch für die Reputation seiner Detektei, ist es ein Glücksfall einen Auftrag vom Auswärtigen Amt zu erhalten. Dabei ahnt Dengler noch gar nicht, in welches Wespennest er mit diesem Job sticht. Er soll sich auf die Suche nach Angelika Förster machen. Die Mitarbeiterin des Amtes ist scheinbar entführt worden. Ausgerechnet diese EU-Beamtin ist an die Troika ausgeliehen worden, die Griechenland zu seiner „Rettung“ ein demütigendes Sparpaket verordnet hat. Seine Recherche bringt ihn auf die Spur von vier verdächtigen Männern, doch als er versucht diese zu treffen, werden sie allesamt ermordet. Wo sind die Milliarden europäischer Steuergelder wirklich gelandet? Als sich Dengler endlich eine neue Spur auftut und er dabei ist, die mafiösen Machenschaften der „Euroretter“ aufzudecken, gerät er selbst ins Visier...


Wolfgang Schorlau
„Der große Plan“
Lesung


Termin verschoben
Langenau Pfleghofsaal
Eintritt 10,--/6,--


Wolfgang Schorlau
„Der große Plan“

Denglers neunter Fall
350 Seiten
Kiepenheuer & Witsch
14,99 Euro

Archiv

2017

Besser Wählen - wir mischen uns ein!

Nach dem großen Erfolg mit unserer Veranstaltungsreihe „Besser leben“ im Frühjahr möchten wir uns in die Wahl zum Bundestag am 24. September einmischen. Dabei wollen wir nur eine Wahlempfehlung aussprechen, nämlich die, das Recht zu wählen, in Anspruch zu nehmen. Wenn wir unseren Bundespolitikern Abgehobenheit vorwerfen, dann liegt diese vielleicht auch daran, dass das Interesse und die Teilhabe der Bürger am politischen Geschehen in unserer Gesellschaft sich doch in Grenzen hält. So bedeutet unser Aufruf „Besser wählen“ sich zu informieren, besser noch, sich einzumischen, wenn es gilt Antworten zu finden auf die großen Fragen unserer Zeit. Eine Demokratie ist nur dann lebendig, wenn sie getragen wird vom kritischen Engagement der Bürger und vom Bekenntnis zu ihr. Also, mischen wir uns ein!

Eine Partei verändert Deutschland
Seit 2013 begleitet der Journalist Justus Bender die AfD für die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Durchaus selbstkritisch, was die Sensationslust seines Berufszweiges betrifft, beschreibt er die Entwicklung dieser Partei, die eben nicht mit Verteufelung, sondern nur mit einer kritischen Auseinandersetzung zu entlarven ist. Ihr Freiheitsbegriff ist nicht aufklärerisch und emanzipatorisch, sondern rückwärtsgewandt gegen das liberale Weltbild gerichtet. Bender spricht vom Traum der AfD vom starken Staat, der aufräumt mit dem Flüchtlingsstrom, aber auch der Frauenquote und dem Sexualkundeunterricht in den Schulen. Auch wenn sich in dieser Partei Rechtsradikale tummeln, so ist sie keine Nazipartei der ewig Gestrigen, sondern populistisch durchaus einzuordnen in das Konzert weltweiter rechtsradikaler Parteien, was sie, laut Bender, umso gefährlicher macht.

Justus Bender
„Was will die AFD?“
Vortrag und Diskussion
mit Lothar Heusohn

Montag, 11. September 2017 - 20 Uhr
Langenau, Pfleghofsaal
Eintritt 10,--/6,--





Justus Bender
„Was will die AfD?“

208 Seiten
Pantheon
14,99 Euro

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Der Verteidiger der Grundrechte
Wir sind stolz, dass der Journalist der Süddeutschen Zeitung Heribert Prantl zugesagt hat unsere Initiative „besser wählen“ mit seinem Kommen zu unterstützen. Er ist nicht nur ein profunder Kenner der Lage der Nation, sondern auch der weltpolitischen Entwicklungen. Am wichtigsten erscheint es uns aber, dass er ein engagierter Streiter für unsere Grundrechte ist. Deshalb wehrt er sich auch gegen jegliche populistische Tendenz, die einen starken Staat fordert und damit auch die Errungenschaften einer freiheitlichen Demokratie in Frage stellt. Heribert Prantl wird nicht müde vor dem Populismus zu warnen, der mit einfachen Antworten auf die doch so komplexen Fragen der Zeit unsere offene Gesellschaft in Frage stellt. Es ist an der Zeit unsere Politiker wieder am Grundgesetz zu messen, das doch die Grundlage unserer erfolgreichen Demokratie ist. Prantls Anliegen ist aber auch Europa, die EU, die größte Errungenschaft unseres Kontinents. Dieses Europa, so Prantls Hoffnung, soll gestärkt aus seiner Krise hervorgehen: demokratischer, sozialer, bürgernäher.

Heribert Prantl
„Trotz alledem!“
Vortrag

Sonntag, 10. September 2017 - 17 Uhr
Langenau, Pfleghofsaal
Eintritt 10,--/6,--





Heribert Prantl
„Trotz alledem!“

Europa muss man einfach lieben
93 Seiten
Suhrkamp
5,95 Euro


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Die Welt ist aus den Fugen
Edgar Wolfrum, Professor für Zeitgeschichte an der Universität Heidelberg, hat in seinem aufschlussreichen Buch einen interessanten Blick auf das vergangene Jahrhundert geworfen. Für ihn war und ist die Welt im Zwiespalt, die Gleichzeitigkeit entwickelte, die frappierend für die Zeitgeschichte ist. Zuvorderst natürlich Krieg und Frieden, die dieses Jahrhundert durchzogen, Staaten, die sich gründeten und Staaten, die in sich zerfielen. Doch auch der Gegensatz von Beherrschung der Natur und Umweltzerstörung, von Wohlstand und zunehmender Verelendung und Bildung, der ein wachsender Analphabetismus gegenübersteht; nur einige Beispiele aus dem Buch, wie Widersprüchliches sich parallel entwickeln kann. Wolfrum blickt mit Hoffnung auf das gemeinsame Europa. Der lange Frieden, die Freiheit und die sozialen Leistungen, die es zu bewahren gilt. Und jetzt sind wir beim Thema „besser wählen“ angelangt. Unsere Gegenwart ist so komplex geworden, dass für das Verständnis ein Blick auf die Geschichte immer hilfreich ist. Denn dieser Blick schützt vor Populismus, der es sich einfach macht und die Errungenschaften der Demokratie in Frage stellt.

Edgar Wolfrum
„Welt im Zwiespalt“

Donnerstag, 7. September 2017 - 20 Uhr
Langenau, Pfleghofsaal
Eintritt 10,--/6,--





Edgar Wolfrum
„Welt im Zwiespalt“

Eine andere Geschichte des 20.Jahrhunderts
447 Seiten
Klett-Cotta
25,-- Euro


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Die Liebe des jungen Luthers
Asta Scheib hat sich auf das Schreiben von Romanbiografien spezialisiert. Verständlich, dass es sie zum Jubiläumsjahr der Reformation gereizt hat, einen Lutherroman zu schreiben. Sie wollte aber nicht den vielen Gesamtwürdigungen Luthers eine weitere hinzufügen, sie begrenzte ihren Roman auf den jungen Luther. Heute würde man sagen, das Kind war hochbegabt und wurde von den ehrgeizigen Eltern schon früh angehalten, etwas aus sich zu machen. Ihr Ziel war es, dass ihr Sohn als Jurist einmal den Fürsten von Welt ein Ratgeber werden sollte. Bereits mit fünf Jahren steckt man den Jungen in eine Lateinschule, wo er mit Stock und Rute traktiert wurde. Das Glück und später die Liebe schienen da nicht inbegriffen zu sein. Die Lesung soll unser Beitrag zum Reformationsjubiläum sein und da gilt es, der Familie Zwicker zu danken, die ihren Garten zur Verfügung stellt und der evangelischen Kirche, die für das leibliche Wohl sorgen wird.

Lesung
Montag, 17. Juli 2017 - 19 Uhr
Langenau, Hindenburgstraße
im Garten des Steigerhauses





Asta Scheib
„Sturm in den Himmel“

Roman
384 Seiten
Hoffmann und Campe
22,-- Euro


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Englische Gartenkultur in Langenau
Mit Heidi Howcroft kommt eine der renommiertesten Gartenarchitektinnen zu uns nach Langenau, sie ist außerdem Autorin vieler erfolgreicher Bücher zum Thema Gartengestaltung. Für ihre Passion pendelt die gebürtige Britin beständig zwischen England und Deutschland hin und her. Den LiebhaberInnen des Gartens ist sie hier in Deutschland vor allem auch durch ihre wunderbaren Erzählungen aus ihren zwei „Tee und Rosen“ Büchern bekannt. In den Kurzgeschichten erzählt sie von ihrem Cottagegarten in Somerset, wo sie nicht nur in die Geheimnisse der englischen Gartenkultur einführt, sondern auch Einblick in die Eigenheiten der britischen Gartenliebhaber gewährt. Frau Howcroft wird uns in die britische Gartenwelt entführen, mit uns über ihre Bücher und über Gärten plaudern, dazu reichen wir einen Afternoon Tea, Rosensekt, Sandwiches…

Veranstaltung - Gartenbuchtag
Samstag, 20. Mai 2017 - 14 Uhr
Buchhandlung Mahr


Heidi Howcroft
„Die geheimen Gärten von England“

Entdeckungen im Gartenparadies
232 Seiten, mit 232 Farbfotos
DVA
49,99 Euro

Ein Monumentalwerk
Die Spurensuche in der eigenen Verwandtschaft wird in gelungener Literatur zuweilen ein Abbild der Weltgeschichte. So auch bei Miljenko Jergović. Als er an das Sterbebett seiner Mutter nach Sarajevo zurückkehrt ist er der letzte seiner „Sippe“. Sie war es, zu der er immer ein kompliziertes Verhältnis hatte und die ihm nun zu erzählen beginnt - zurück bis zu seinem Großvater. Kann man Erinnerungen trauen, fragt sich der Autor, und lässt sich doch durch das Gehörte leiten. Dabei schafft er es auf über 1000 Seiten ein gewaltiges Panoramabild entstehen zu lassen. Er benützt dabei sämtliche stilistischen Mittel, um seinen Standort zu finden. Was heißt es, ein Anderer zu sein, wenn Du nicht zur Mehrheit gehörst und der Wind sich so leicht dreht?

Lesung und Gespräch mit Miljenko Jergović
Lesung und Gespräch mit Miljenko Jergović

Donnerstag, 18. Mai 19.00 Uhr
Donauschwäbisches Zentralmuseum Ulm



Miljenko Jergovic
„Die unerhörte Geschichte meiner Familie“

Roman
1144 Seiten
Schöffling
34,00 Euro


Glückliche Wirkungen…
...sind die Hoffnung Goethes gewesen, dass die Dichter in der Lage sind diese zu begünstigen. Dies war auch Frank-Walter Steinmeiers Anliegen in seiner Funktion als Außenminister, als er die Autorin und Übersetzerin Alida Bremer und den Homme de Lettres Michael Krüger anregte aus jedem der 57 OSZE-Länder einen schriftstellerischen Beitrag zu sammeln und diese dann in einem Buch herauszugeben. Es ist eine erstaunliche und abwechslungsreiche Reise geworden, viel Hoffnung zwischen zwei Buchdeckel gepackt. Alida Bremer wird mit Tamás Miklós nach Ulm kommen. Der Autor und Philosoph vertritt Ungarn in dieser Anthologie.

„Glückliche Wirkungen“
Eine literarische Reise in bessere Welten

Diskussion und Lesung
Alida Bremer und Tamás Miklós
es liest Bernd Weltin

Donnerstag, 27. April 19.00 Uhr
Donauschwäbisches Zentralmuseum Ulm




Alida Bremer,
Michael Krüger
„Glückliche Wirkungen“

Eine literarische Reise in bessere Welten
240 Seiten
Propyläen
28,00 Euro

Partnersuche
„Solange Liebe und Geld die bestimmenden Faktoren in unserem Leben sind, so lange werden Menschen diesen Roman lesen“. So schreibt Denis Scheck über Jane Austens Roman „Vernunft und Gefühl“, vielleicht das meistgelesene Buch der englischen Literatur. Andrea Ott hat dieses so beliebte Buch zum 200. Todestag der Autorin neu übersetzt. Es strahlt jetzt noch mehr und zeigt, wie klug Austen über die komplizierten Herzensangelegenheiten von Frauen und Männern zu schreiben verstand. Das ist große Literatur, wie die beiden so unterschiedlichen Schwestern Marianne und Elenor sich in ihrem Unglück mit den Männern näher kommen … Wir dürfen gespannt sein, was Denis Scheck über Jane Austen und die englische Literatur zu berichten weiß.

Denis Scheck
„Über Jane Austen“

Mittwoch, 26. April 2017 - 20 Uhr
Langenau Pfleghofsaal





Jane Austen
„Vernunft und Gefühl“

Roman
450 Seiten
Manesse
26,95 Euro


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Bücher bergen Überraschungen
Wie schwer fällt es, eingefahrene Bahnen zu verlassen. Auch beim Lesen. Man liest den x-ten Krimi eines Autors, weil man ja schon die Vorgänger gelesen hat. Oder man verlässt sich auf die Bestsellerlisten im Vertrauen darauf, dass der Verkaufserfolg auch für die Qualität bürgt.
Manches Mal hilft der Zufall dabei, lesetechnisch auf Neuland zu stoßen. In der Ferienwohnung hat die Vorgängerfamilie ein Buch vergessen oder man sieht im Kino eine Romanverfilmung, die Lust darauf macht, das Original zu lesen. Unvermittelt beweist sich dann, wie groß das Bücherangebot jenseits des „Mainstreams“ ist.
Wir Buchhändler sind bemüht, dem Zufall auf die Sprünge zu helfen, wenn wir unsere Entdeckungen machen. Diese geben wir dann mit Leidenschaft an unsere Leser weiter. Dies ist vielleicht auch der Grund dafür, dass wir seit mehr als 20 Jahren erfolgreich unser Literarisches Quartett anbieten. Es ist unser Ziel für gute Bücher jenseits der Bestsellerlisten begeisterte Leser zu finden.

Das Langenauer Literarische Quartett
lädt zum 42. Mal ein
Mittwoch, 5. April 2017 - 20 Uhr
Buchhandlung Mahr

Unglaublich, aber wahr
Was uns Arno Frank von seiner Kindheit erzählt, ist natürlich ein Roman. Und doch entstammt der Kern der Geschichte der Realität. Zunächst wird uns eine glückliche Familie geschildert, deren Alltag aber von ständiger Geldnot begleitet wird. Dann ist plötzlich das große Geld da, doch die Familie muss Hals über Kopf Deutschland verlassen und in Südfrankreich heimisch werden. Ein Leben wie im Paradies - bis zu dem Zeitpunkt, als Vaters Hochstapelei auffliegt. Aus dem Traum wird mit der neuerlichen Flucht der fünfköpfigen Familie ein Alptraum. Man liest Arno Franks Buch, das ein wahres Roadmovie ist, atemlos. Dabei wirft der Roman einen interessanten Blick auf die 80er Jahre, ruft diese wieder in Erinnerung, und wird zu einer Odyssee quer durch Europa.

Lesung
Montag, 27. März 2017 - 20 Uhr
Langenau Pfleghofsaal





Arno Frank
„So, und jetzt kommst du “

Roman
352 Seiten
Tropen
22,-- Euro


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Besser Leben - etwas muss sich ändern, fangen wir damit an!

Unsere Veranstaltungsreihe „Besser leben“ erfuhr so viel Resonanz, dass wir sogar von einem Radiosender eingeladen wurden. Wir haben uns nicht nur über weniger Plastik, gutes Brot und Saatgut unterhalten, sondern auch über unser weiteres Kulturprogramm und die Situation des Buchhandels.


Beitrag von Radio free FM



Nie mehr ohne…
…Leinentasche aus dem Haus, wenn es gilt, einkaufen zu gehen. Nur einer der vielen Ratschläge, die Anneliese Bunk gibt, um Plastik im Alltag zu vermeiden. Von Haus aus ist die Autorin Designerin, die Beruf und Umweltschutz bestens verbindet. Ihr Buch ist ein heimlicher Bestseller geworden. Wer einmal eine Insel aus Plastik im Ozean gesehen hat, erkennt, wie nötig eine drastische Reduktion des Mülls ist. Zumal das Plastik über die Nahrungskette wieder zu uns zurückkehrt. Anneliese Bunk gibt jede Menge Tipps zur Vermeidung. So sind ihre plastikfreien Rezepte Ideen-geber im Haushalt, beim Einkaufen und Kochen. (Bitte bringen Sie ein Gefäß mit.) Für die Umweltaktivistin war es eine Herausforderung, ihren Haushalt so gut als möglich plastikfrei zu meistern – und ihr Fazit: Es geht!

Veranstaltung
Donnerstag, 16. März 2017 - 20 Uhr
Langenau Pfleghofsaal





Anneliese Bunk
„Besser Leben ohne Plastik“

272 Seiten
oekom
19,95 Euro


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Wer die Saat hat, hat das Sagen
„Fünf der sechs größten Pestizidhersteller gehören gleichzeitig zu den zehn größten Saatgutkonzernen“. Dieser ökologische Widerspruch treibt die Garten- und Saatgutaktivistin Anja Banzhaf um. Dabei haben früher Bauern und Gärtner ihre Kulturpflanzen vermehrt, da jede Pflanze selbst für „Nachwuchs“ sorgt. Ab dem Moment, als sich die Konzerne Saatgut patentieren ließen, begann die Abhängigkeit von der Agrarindustrie, die mit der Gentechnik ein riesiges Ausmaß angenommen hat. Ist doch der Einsatz bestimmter Getreidesorten gleich an das notwendige Düngemittel gebunden. Mit der Monokultur geht nicht nur die kleinbäuerliche Vielfalt verloren, in den letzten 100 Jahren sind etwa 75 Prozent der Vielfalt der Kulturpflanzen vernichtet worden. Und nicht nur das, durch diese Anbaumethode verlieren die Böden zunehmend ihre Fruchtbarkeit. Darüber hinaus leiden unsere Flüsse an einem zu hohen Stickstoffgehalt.

Veranstaltung
Montag, 13. März 2017 - 20 Uhr
Langenau Pfleghofsaal





Anja Banzhaf
„Saatgut“

272 Seiten
oekom
19,95 Euro


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Essen Sie nichts, was Ihre Großmutter nicht als Essen erkannt hätte
Mein Name ist Anna Kalmbach, Sie kennen mich als Mitarbeiterin in der Buchhandlung Mahr. Nicht nur Bücher sind meine Leidenschaft, sondern auch das Kochen. Wir treten an diesem Abend keinen kulinarischen Höhenflug in die Sterne-Küche an, vielmehr bleiben wir mit beiden Beinen fest auf dem Boden. Was macht gutes Brot aus? Warum ist es heutzutage so schwer zu bekommen? Und, vor allem, wie backe ich es selbst? Wer braucht schon Brühwürfel, Fix-Tüte und Co? Auf diese vermeintlichen Küchenhelfer lässt sich getrost verzichten, ganz einfach Basics für den Küchenschrank selbermachen! Alle reden von „Superfoods“, den Gesund-Wundern aus Übersee – doch warum in die Ferne schweifen, lernen Sie regionales „Superfood“ kennen. Doch erzählen kann man ja viel: Selbstverständlich sind Sie eingeladen, praktisch zu probieren wovon ich spreche!

Veranstaltung: „Hausgemacht? - Natürlich!“
Freitag, 10. März 2017 - 20 Uhr
Buchhandlung Mahr
! Aufgrund der großen Nachfrage Verlegung in den Saal des Langenauer Bahnhofs !


Lutz Geißler
„Brotbackbuch Nr. 1“

280 Seiten
Verlag Eugen Ulmer
26,90 Euro




Cosima Bellersen Quirini
„Am besten Hausgemacht"
285 Seiten
Verlag Eugen Ulmer
29,90 Euro




Andrea Ficala
„Superfoods einfach & regional“

240 Seiten
Löwenzahn
29,90 Euro


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Bauer aus Leidenschaft
Markus Bogner bewirtschaftet mit seiner Frau und drei Kindern zehn Hektar Land. Eigentlich viel zu wenig, um als Landwirt überleben zu können – und doch ist sein Hof gesund: Schweine suhlen sich im Freien zufrieden im Dreck, der Gemüsegarten ist ein Traum und der Hofladen floriert. Deshalb blickt Bogner optimistisch in die Zukunft. Er ist sich sicher, dass in seiner Art Landwirtschaft zu betreiben – kleinbäuerlich, experimentierfreudig, und ökologisch – die Keimzelle für eine bessere Welt steckt. Sein Buch beschreibt nicht nur den Alltag auf seinem Bauernhof, es ist ein leidenschaftliches Plädoyer, mit und nicht gegen die Natur zu arbeiten. Zusätzlich gibt er jede Menge Anregungen, wie man einsteigt, um sich wieder mehr selbst zu versorgen und dabei zu sehen, wie gut Regionales schmeckt.


Veranstaltung
Dienstag, 7. März 2017 - 20 Uhr
Langenau Pfleghofsaal





Markus Bogner
„Selbst denken, selbst machen, selbst versorgen“

224 Seiten
oekom
19,95 Euro


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Kochen ist Kunst
Eine Liebeserklärung ans Kochen, verpackt in einer spannenden Geschichte, das präsentiert uns Stevan Paul, Kolumnist und Foodstylist, in seinem ersten Roman: Der junge Künstler Glander wird im New York der 1990er Jahre zum Star der Eat-Art-Bewegung. Seine kulinarisch geprägten Aktionen sind spektakulär und treffen den Nerv der Zeit. Kritiker und Sammler stürzen sich auf ihn, doch sein überraschender Erfolg bereitet ihm Unbehagen und er flieht zurück in die Heimat, nach Oberschwaben. Dort versucht er unterzutauchen.
Zwölf Jahre später, ein Restaurant in Hamburg, ein Kunstkritiker glaubt unter den Gästen den verschollen geglaubten Glander wiederentdeckt zu haben. Er beginnt mit seinen Nachforschungen und macht dabei eine überraschende Entdeckung...
Wenn Sie den Autor kennenlernen und kulinarisch verwöhnt werden möchten, buchen Sie noch heute diesen Abend im Landgasthof Adler in Rammingen.

Freitag, 10. Februar 2017- 19 Uhr


Stevan Paul
„Der große Glander“

288 Seiten
marisch Verlag
20,- Euro


Väterchen Frost
Mit den großen Romanen von Tolstoi und Dostojewski leistete die russische Literatur ihren Beitrag zur Weltliteratur. Sie sind nicht wegzudenken in der bedeutenden Epoche des europäischen Romans. Dabei wird vergessen, dass hinter den beiden Giganten noch weitere großartige Autoren, wie Tschechow und Gontscharow, Schriftsteller von internationalem Rang, schrieben. Passend zur Jahreszeit wollen wir uns dieser Literatur annehmen, zumal viele der brillanten Romane neu ins Deutsche übersetzt wurden. Lassen Sie sich zu einer Reise ins Zarenland entführen. Begegnen Sie der „Dame mit dem Hündchen“, dem bedauerlichen Faulenzer „Oblomow“, der bezaubernden „Anna Karenina“ und den „Brüdern Karamasow“. Begleiten Sie uns nach Moskau und Sankt Petersburg, um die russische Seele zu ergründen. Musikalisch wird uns auf unserer Reise Ivan Antonic am Akkordeon begleiten.

Veranstaltung - „Väterchen Frost“
Große russische Literatur
Begleitet am Akkordeon von Ivan Antonic
Mittwoch, 08. Februar 2017 - 20 Uhr
Buchhandlung Mahr



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Ein Lebensbuch
Auf den ersten Blick ist es die einfache Geschichte einer Frau aus den französischen Alpen, die sich während des Studiums in einen Deutschen verliebt. Sie heiratet, zieht in ein deutsches Dorf, die Kinder werden groß, die Eltern sterben. Doch es ist kein einfaches Leben in der neuen Heimat, Louises Mann ist dort ganz anders, als sie ihn kennengelernt hat. Zugleich erfährt Louise immer mehr Details aus der Vergangenheit des autoritären Schwiegervaters, der im Krieg in Frankreich war. "Schnell, dein Leben" ist eine Befreiungsgeschichte, ein neuer Blick auf die Nachkriegszeit - von Sylvie Schenk mit großer Klarheit und Wucht erzählt.

Lesung
Donnerstag, 26. Januar 2017 - 20 Uhr
Pfleghofsaal Langenau





Sylvie Schenk
„Schnell, dein Leben“

Roman
160 Seiten
Hanser
16,-- Euro


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2016


Sabine Dörlemann präsentiert ihren Verlag
"Was Sabine Dörlemann und ihr Team machen, sind wunderbare Bücher, von Autoren, die noch keiner kennt oder keiner mehr kennt." Von vergessenen Klassikern bis hin zu großen literarischen Entdeckungen – Dörlemann steht für Qualität. Mit Sabine Dörlemann besucht uns eine der engagiertesten Verlegerinnen des deutschsprachigen Literaturbetriebs. 2003 gegründet, hat sich der Verlag mit Namen wie Patrick Leigh Fermor, Richard Hughes und Patrick Hamilton längst in unserer Kulturlandschaft etabliert, aber auch mit neuer deutscher Literatur hat sich der Verlag einen Namen gemacht. Ein optisches und haptisches Fest sind die Bücher durch ihre außergewöhnlich schöne Gestaltung allemal.

Donnerstag, 1. Dezember 2016 - 20 Uhr
Buchhandlung Mahr





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Späte Heimkehr
Geschichte ist nicht so einfach vorbei. Wenn man sie auch noch so beharrlich zu vergessen sucht, unerwartet holt sie uns ein. So geht es Esperanza in Marina Caba Ralls gleichnamigem Roman, als die junge Frau Spanien verlassen und in Berlin mit ihrem deutschen Mann und zwei erwachsenen Kindern ihr Glück scheinbar gefunden hat. Doch mitten in ihr Familienfest platzt ein junger Spanier, der auf der Suche nach seiner Mutter ist. Und da ist sie, die unverarbeitete Geschichte, die Mutter und Tochter zurück in die spanische Heimat führt. Eine Zeit taucht auf, da die Diktatur Francos die Menschen entzweite. Eine beeindruckende Fluchtgeschichte im Donauschwäbischen Zentralmuseum - einmal nicht entlang der Donau, sondern im Südwesten Europas, Ähnlichkeiten trotzdem nicht ausgeschlossen…

Montag, 28. November 2016 - 19 Uhr
Donauschwäbische Zentralmuseum Ulm
In Kooperation mit der Frauenakademie vh Ulm



Marina Caba Rall
„Esperanza“

Roman
224 Seiten
Wagenbach
19,90 Euro

So viele Bücher…
Zur Frankfurter Buchmesse im Herbst erscheinen die meisten neuen Bücher auf einen Schlag. Für uns ein doppeltes Dilemma! Wohin mit all den Neuerscheinungen und woher die Zeit zum Lesen nehmen? Um aber unsere Leser nicht vor die Qual der Wahl stellen zu müssen, gelingt es uns immer wieder aus dem Meer der neuen Bücher, eine gute Auswahl zu fischen. Diese stellen wir dann in unserem Literarischen Quartett vor. Wir können jetzt schon versprechen, dass bei den Romanen, aber auch bei den Sachbüchern und im Bereich der Jugend- und Kinderbücher unter all den Bestsellern mancher literarischer Schatz verborgen ist.

Das Langenauer Literarische Quartett
lädt zum 41. Mal ein
Donnerstag, 24. November 2016 - 20 Uhr
Buchhandlung Mahr


Eine Hymne an die Liebe
Bereits zum zweiten Mal besucht der Schweizer Autor Alex Capus Langenau. Im Gepäck hat er seinen neuen Roman „Das Leben ist gut“. Mit scharfem und versöhnlichen Blick verteidigt er das, was im Alltag schnell übersehen wird. Es ist ein Roman über das Menschsein. Max ist seit fünfundzwanzig Jahren mit Tina verheiratet, sie ist die Liebe seines Lebens. Er betreibt eine kleine Bar, tagsüber bringt er das Altglas weg, repariert das Mobiliar - oder begibt sich auf die Suche nach einem ausgestopften Stierkopf, der unbedingt über dem Tresen hängen soll. Max liebt sein Leben, so wie es ist, seine Familie, seine Freunde. Das wird ihm einmal mehr bewusst, als Tina zum ersten Mal in ihrer gemeinsamen Ehe beruflich ohne ihn unterwegs ist. Ein Roman über das Glück des Alltäglichen.

Donnerstag, 17. November 2016 - 20 Uhr
Pfleghofsaal Langenau


Alex Capus
„Das Leben ist gut“

Roman
240 Seiten
Hanser
20,-- Euro



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Der Mensch ist des Menschen Wolf
Die Ungarn, die mit dem Öffnen ihres Grenzzauns einen großen Beitrag zum Fall der Mauer geleistet haben, zählen heute leider zu den Verlierern der politischen Wende von 1989. Davon spricht László Darvasi in seinen Novellen nicht direkt. Er zeigt aber deutlich, wie die Kommerzialisierung seines Landes soziale Abgründe aufbrechen ließ. Dem ungarischen Autor gelingt es bereits mit wenigen Sätzen eine Dramatik herzustellen, die zwischen Liebe und Tod, zwischen Hoffnung und Verzweiflung wechselt. Die manchmal absurde Rebellion seiner Figuren, die zu sonderbaren Taten verleitet, zeigt, dass nicht irgendein Schicksal grausam ist, es sind die Menschen selbst, die sich das antun.

Mittwoch, 16. November 2016 - 19 Uhr
Donauschwäbische Zentralmuseum Ulm



László Darvasi
„Wintermorgen“

Novellen
345 Seiten
Suhrkamp
24,-- Euro


Das Land unterm Meeresspiegel
„Dit is wat we delen“ („Dies ist, was wir teilen“) - mit diesem Motto präsentiert sich der Ehrengast Niederlande und Flandern auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse. Die Niederlande sind das einzige Land Europas, das seine Existenz einer reinen Willensanstrengung verdankt; die Niederländer haben ihr Land selbst erschaffen. Das hat die Menschen geprägt zwischen Nordsee und den großen Flüssen. Niederländer kommen ohne Vorhänge vor den Fenstern aus, sie radeln bei jedem Wetter und sind berüchtigt für ihr Gewächshausgemüse. Ihre Sprache klingt vertraut, wenn auch sehr heiser. Sie sind uns nah und doch so fern. Aber wie sind sie wirklich? An diesem Abend wollen wir Ihnen nicht nur Romane, sondern auch Sachbücher aus und über Flandern und die Niederlande vorstellen.
Den Vortrag können Sie hier nachlesen.

Donnerstag, 13. Oktober 2016 - 20 Uhr
Buchhandlung Mahr




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Gehört gesehen – Radio zum Anfassen
Mit Stefan Siller kommt nach Matthias Holtmann ein weiterer SWR 1 Moderator nach Langenau. Mehr als eine halbe Million Menschen lauschen täglich den „SWR 1 Leute“-Gesprächen. In „Neugierig – auf Leute und die ganze Welt“ plaudert Siller aus dem Nähkästchen eines aufregenden Journalistenlebens. Seien Sie live dabei!

Mittwoch, 28. September 2016 - 20 Uhr
Pfleghofsaal Langenau






Stefan Siller
„Neugierig - auf Leute und die ganze Welt“


268 Seiten
Klöpfer & Meyer Verlag
22,-- Euro



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Doppelbödiges Kammerspiel
In ihrem zweiten Roman „Hofkind“ erzählt die Ulmerin Silke Knäpper ein bemerkenswertes Stück Familiengeschichte. Nach dem Selbstmord ihres Vaters bleibt Carla mit ihrer Mutter zurück; einer Frau, die ihre eigenen Bedürfnisse immer an erster Stelle sieht. Zu dem Stiefvater, der alsbald in ihr Leben tritt, hegt sie zwiespältige Gefühle, ängstigt sich geradezu vor ihm. Als junge Frau wird sie unter dubiosen Umständen schwanger. Sie sieht sich mit ihrer eigenen Unzulänglichkeit konfrontiert und beschließt, um sich vom Fluch ihrer Familie zu befreien, ihr Leben endlich selbst in die Hand zu nehmen. Dabei droht sie sich zwischen der Liebe zu ihrer Mutter und ihren eigenen Ansprüchen zu verlieren.

Donnerstag, 22. September 2016 - 20 Uhr
Pfleghofsaal Langenau


Silke Knäpper
„Hofkind“

Roman
182 Seiten
Klöpfer & Meyer Verlag
19,-- Euro


Mehr Meer - Ein rauschender Abend
„Das Meer ist alles!“ wusste schon Jule Vernes Kapitän Nemo. Ganze Verlage, von Ankerherz bis mare, haben sich diesem unerschöpflichen Thema verschrieben und auch auf uns übt der weite Ozean mit all seinen Geheimnissen eine nimmer endende Faszination aus. Wenn auch Sie sich dem Meeres- und Blätterrauschen hingezogen fühlen, dann heuern Sie an! Orientierung geben uns die Leuchttürme der Weltliteratur. Begeben Sie sich mit uns auf hohe See, forschen Sie nach der legendären Schatzinsel, begegnen Sie dem Wal und tauchen Sie ab in die wunderbare Welt der nautischen Literatur.

Donnerstag, 11. August 2016 - 20 Uhr
Buchhandlung Mahr


Brisante Enthüllungen
Wolfgang Schorlau hat mit seinem Stuttgarter Privatdetektiv Georg Dengler eine Figur geschaffen, die dafür bekannt ist, explosive Themen aufzugreifen. Er zieht uns Leser tief in den Sumpf gesellschaftlicher Ungereimtheiten und zeigt, dass nicht alles so verlaufen sein muss, wie Politiker und Medien berichten. So auch im neuen Roman, der den ehemaligen BKA-Mann an die ungeklärten Fragen seines vorherigen Jobs erinnert. Auslöser dafür ist ein Anruf, der mit der Frage „Wer erschoss Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt?“ für Georg Dengler einen neuen Auftrag bringt. Der Ermittler wird seinen vorschnellen Bericht, dass es sich nur um Selbstmord handeln kann, sehr schnell revidieren. Und schon sind wir mitten drin in Schorlaus spannendstem aber auch aktuellstem Krimi. Schlampige Ermittlungen, geschredderte Akten, ein Verfassungsschutz, dem mehr an Vertuschen als an Aufklärung gelegen ist und dann sind da auch noch die Amerikaner… Bei allem Eifer merkt Dengler gar nicht, dass er selbst ins Visier seiner politischen Gegenspieler gerät.

Montag 25. April 2016 - 20 Uhr
Pfleghofsaal Langenau


Wolfgang Schorlau
„Die schützende Hand“

Roman
384 Seiten
Kiepenheuer & Witsch
14,99 Euro



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Neue Wege in der Kunst
Franz Marc, der Künstler und Schöpfer der Blauen Pferde, war erst 36 Jahre alt, als er vor 100 Jahren während des Ersten Weltkriegs an der französischen Front fiel. Trotzdem hat er zuvor die Kunstwelt auf den Kopf gestellt und zusammen mit seinen Künstlerkollegen in München das Kunstverständnis revolutioniert. Der Literaturkritiker und Professor für Literatur, Wilfried F. Schoeller, hatte für die Arbeit an seiner Biografie über Franz Marc Zugang zu völlig neuen Quellen und räumt mit dem Klischee auf, dass dieser mit Begeisterung in den Krieg zog. Marc war ein geistreicher Individualist und gleichzeitig ein Europäer, der mit seinen europäischen Malerkollegen in regem Austausch stand. Auf Postkarten und Postern haben sich seine Bilder längst von ihrem Schöpfer gelöst. Schoeller ist es mit seinem Buch gelungen, den Maler als Mensch und sein Werk wieder zu vereinen.

Donnerstag, 7. April 2016 - 20 Uhr
Pfleghofsaal Langenau


Wilfried F. Schoeller
„Franz Marc“

Eine Biographie
400 Seiten
Hanser Verlag
26,-- Euro

Enthusiasmus für Literatur
20 Jahre lang stellen wir jetzt jeweils im Frühjahr und im Herbst Neuheiten des Buchmarktes vor. Immer Bücher jenseits der Bestsellerlisten, vor allem Romane, die uns beim Lesen begeistert haben, Neuerscheinungen, die die Aufmerksamkeit der Leser verdienen. Dabei ist die Palette sehr bunt, so wie auch die Vorlieben in unserem Team unterschiedlich sind. Zu unserem 40. Literarischen Quartett wollen wir ein wenig feiern und werden Sie mit einem ganz besonderen Gast überraschen..

Das Langenauer Literarische Quartett
lädt zum 40. Mal ein
Dienstag, 15. März 2016 - 20 Uhr
Buchhandlung Mahr


Rebellin des Alltags
Root Leeb erzählt in ihrem neuen Roman von einer Rebellin des Alltags. AnnaRosa (auf das „R“ legt sie großen Wert) ist Don Quichotes Schwester im Geiste. Jedoch kämpft sie nicht gegen, sondern für die Windmühlen – ob sie nun Schweine befreit oder sich in der großen Weltpolitik Gehör zu verschaffen sucht, ihr Gerechtigkeitssinn kennt keine Grenzen. Dabei kommt sie so manches Mal ins Straucheln, doch dank der Hilfe ihrer ebenso idealistischen Mitbewohnerin Kerstin, ihrem Sancho Pansa, kommt sie doch immer wieder auf die Füße und dann heißt es abermals nur noch kurz die Welt retten… Root Leeb hat Germanistik, Philosophie und Sozialpädagogik studiert, Deutsch für Ausländer unterrichtet und war als Straßenbahnfahrerin in München unterwegs. Sie schreibt nicht nur, sie ist auch als Illustratorin und Malerin tätig und hat gemeinsam mit ihrem Mann Rafik Schami bereits zahlreiche Buch-Projekte realisiert.

Donnerstag 3. März 2016 - 20 Uhr
Buchhandlung Mahr


Root Leeb
„Don Quijotes Schwester“

Roman
242 Seiten
ars vivendi
17,90 Euro



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Erzählen von Früher
Mit ihren Kindheitserinnerungen hat Marga Storer gleich zweifach die Langenauer Chronik bereichert. Sie liefert ein authentisches Zeugnis einer Kindheit in den späten zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts und erzählt dabei so humorvoll, dass auch das Lesevergnügen nicht zu kurz kommt. Bewundernswert, wie die 93jährige Autorin sich an eine Zeit erinnert, die wir nur noch aus der Geschichte kennen. Die Episoden mitten in Langenau lassen eine Kindheit wieder lebendig werden und zeichnen sich als unschätzbares Dokument unserer Stadtgeschichte aus.

Donnerstag 25. Februar 2016 - 19 Uhr
Pfleghofsaal Langenau




Marga Storer
„Lang, lang ist es her ..“

Glückliche Kindertage
114 Seiten
Helmut Schlaiß Verlag
17,90 Euro





Wer war John...
Der österreichische Autor Norbert Gstrein, der heute in Hamburg lebt, hat in seinen letzten Romanen zumeist politische und brisante Themen aufgegriffen. In seinem neuen Buch führt er uns mitten in den israelisch-palästinensischen Konflikt. John, amerikanischer Jude und ehemaliger Freiwilliger der israelischen Armee, wird in San Francisco auf offener Straße niedergestochen. Der österreichische Schriftsteller Hugo trauert nun um ihn – seinen Freund – und reist, immer auf dessen Spuren, nach Kalifornien, dem Ort ihrer ersten Begegnung vor langer Zeit. Die Frage nach der fremd gebliebenen Biografie, welche Geheimnisse ein Leben bergen kann, führt den Autor in das konfliktbeladene Israel der Gegenwart. Doch das Erkunden von jüdischer Identität weist dann doch wieder auf die Geschichte, auf den Holocaust und seine Auswirkungen auf das Verhalten und die heutige israelische Politik der Härte.

Montag 22. Februar 2016 - 20 Uhr
Pfleghofsaal Langenau


Norbert Gstrein
„In der freien Welt“

Roman
496 Seiten
Hanser Verlag
24,90 Euro

2015


Verlorene Kindheit in Moldawien
„Wenn ich sehe, wie meine Brüder die Fotos der Eltern anschauen, fühle ich eine Tonne Tränen in meinem Bauch, ließe ich sie heraus, sie würden das ganze Dorf überschwemmen.“
Wirklich eindringlich und ergreifend beschreibt Liliana Corobca die Lebenssituation der Kinder in Moldawien. Eine ganze Generation ist auf sich allein gestellt, da die Eltern weit verstreut in der Welt versuchen, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Die Autorin schreibt ihren Roman aus der Sicht eines zwölfjährigen Mädchens, das versucht, gleichzeitig Mutter und Vater ihrer beiden kleinen Brüder zu ersetzen. Selbst noch ein Kind, unterdrückt die kleine Christiana ihre Tränen, sie muss stark sein und trägt doch viel zu viel Verantwortung. Sie ist ihrer Kindheit beraubt, würde sie doch selbst gerne einmal in den Arm genommen werden und einfach nur spielen. Ein literarisches Kleinod, das die Auswirkungen der Armut am Rande Europas zeigt.

Autorin verzaubert Publikum
Die Geschichte, die Liliana Corobca zu erzählen hat, ist eine traurige. Die Hauptfigur in ihrem Roman ist ein zwölfjähriges Mädchen, das um ihre Kindheit beraubt wird, da sie ohne Eltern nicht nur sich, sondern auch noch ihre beiden jüngeren Brüder versorgen muss. Dass Kinder zu Hause in Moldawien allein groß werden, ist nicht die Ausnahme, wusste die Autorin zu berichten. Die Eltern arbeiten im fernen Sibirien oder im westlichen Europa, um die Familie über Wasser zu halten. Während des Gesprächs vor dem Beginn der Lesung in Langenau und in Ulm, aber auch nachher in der Diskussion mit dem Publikum, bewies die moldawische Schriftstellerin so viel Charme, dass sie die Zuhörer mit ihren Geschichten aus ihrem Geburtsland in ihren Bann zog. Sie liebt ihre Heimatland und die Poesie, so dass sie sich nicht von der politischen Tristesse und der Armut deprimieren lässt. Zum Gelingen der beiden Abende trug die Schauspielerin Sibylle Schleicher mit ihrer perfekten Lesung aus dem Roman bei. Begleitet wurde die Veranstaltung von den Bildern der Fotografin Andrea Diefenbach, die mit ihren Portraitaufnahmen von moldawischen Kindern deren Los eindringlich zeigt.

Mittwoch 2. Dezember 2015 - 20 Uhr
Pfleghofsaal Langenau


Liliana Corobca
„Der erste Horizont meines Lebens“

Roman
192 Seiten
Zsolnay Verlag
18,90 Euro



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Wenn wir die Bücher nicht hätten…
Untröstlich wäre das Leben, hätten wir all die Geschichten nicht, die uns doch helfen, uns zurechtzufinden in dieser fortwährend unverständlichen Welt. Jedes Jahr im Herbst - rechtzeitig zur Frankfurter Buchmesse - erschienen zum Glück immer noch so viele neue Bücher, die uns als Roman oder Sachbuch einen Schlüssel in die Hand geben, um unseren Horizont zu weiten. Ein gutes Buch, das uns fesselt und begeistert, ermöglicht gleichzeitig einen Blick über unseren eigenen Tellerrand hinaus. Und das Lesen selbst fordert uns heraus - fast schon möchte ich es als Therapie bezeichnen, der Schnelllebigkeit und Oberflächlichkeit Geduld und Beschaulichkeit entgegenzusetzen. Unser literarischer Bücherabend mit der Vorstellung ausgewählter Neuerscheinungen soll Ihnen nicht nur die Auswahl erleichtern, sondern auch zum Lesen verführen.

Das Langenauer Literarische Quartett
lädt zum 39. Mal ein
Donnerstag, 26. November 2015 - 20 Uhr
Buchhandlung Mahr


Reisen in Europas Osten
„Mit hellwachem Blick reist die junge ungarische Autorin Noémi Kiss durch Osteuropa, mit feinen Strichen hält sie versehrte Städte, Landschaften und Schicksale fest. Ein Leseabenteuer der besonderen Art, berührend und entdeckungsreich.“ So beschreibt die Schweizer Literaturwissenschaftlerin Ilm Rakusa das Buch von Noémi Kiss. Dies kann man nur unterstreichen, wenn man den Mut bewundert mit dem sie durch Bukowina oder Galizien gereist ist. Dieser ferne Osten Europas hat es ihr angetan, wenn sie, nur mit einem uralten Baedeker und den Gedichten von Paul Celan, in jene Regionen gekommen ist, die ehedem den äußeren Rand des Habsburger Reiches ausmachten. Sie hat den Zerfall gesehen, aber auch noch Schönheit, von Patina überzogen, Städte wie Czernowitz oder Lemberg, die sich noch viel von ihrem alten Glanz bewahrt haben.

Gespräch und Lesung aus dem „Schäbigen Schmuckkästchen“ waren im Donauschwäbischen Zentralmuseum ein voller Erfolg. Noemi Kiss, die vielversprechende, junge ungarische Autorin, steht für ein ganz anderes Bild ihres Heimatlandes, als das, welches uns gerade die Medien vermitteln. Es ist erstaunlich, mit welchen Assoziationen, welch Bildern, sie von den Eindrücken ihrer Reisen in den Osten Europas berichtet - wie sie gleichzeitig Hoffnungslosigkeit und dann wieder Aufbruchsstimmung erfährt. Sie hat den Staub der Vergangenheit Schicht für Schicht abgetragen und ist dabei nicht nur auf Geschichte(n) gestoßen, sie hat auch in die Seele der Menschen geblickt.

Donnerstag, 12. November 2015 - 19 Uhr
Donauschwäbisches Zentralmuseum Ulm


Noémi Kiss
„Schäbiges Schmuckkästchen“

Reisen in den Osten Europas
173 Seiten
Europa Verlag München
17,99 Euro


Unentdecktes Indonesien - Gastland auf der Frankfurter Buchmesse
Indonesien ist zwar das viertgrößte Land der Welt, aber seine reichhaltige Literatur hierzulande noch ein eher unbekanntes Terrain. Also höchste Zeit, dem Abhilfe zu schaffen. Mit dem Motto „17000 Inseln der Imagination“ wird der südasiatische Inselstaat in Frankfurt versuchen, Einblicke in seine jahrtausendealte Erzähltradition zu geben. Dabei ist die Bandbreite unermesslich groß. Zum einen spielt die Tradition der Märchen und Mythen eine große Rolle, zum anderen ist fast die Hälfte der Bevölkerung jünger als 25 Jahre und vor allem den technischen Neuerungen der Moderne gegenüber sehr aufgeschlossen. Im Gegensatz zu der sehr poetischen, ja lyrischen überlieferten Erzähltradition versucht die junge Literatur, sich mit der Gegenwart auseinander zu setzten. Dass sich dabei auch viele weibliche Stimmen zu Wort melden, zeugt vom Selbstbewusstsein der Frauen in dem mehrheitlich muslimischen Land. Überhaupt - von nur einer indonesischen Literatur zu sprechen, wird dem Land nicht gerecht. Man müsste von rund einem Dutzend verschiedener Literaturen sprechen, da Malaien, Balinesen, Sundanesen oder Javaner jeweils eine lange autonome Geschichte hatten. Wer mehr wissen möchte, kann unseren Vortrag hier nachlesen.

Dienstag 13. Oktober 2015 - 20 Uhr
Buchhandlung Mahr


Die Deutschen und der Dschihad
Als im Verlauf des Ersten Weltkriegs die deutsche Offensive in Frankreich ins Stocken geriet, glaubten die deutschen Militärstrategen ein heiliger Krieg, ausgerufen von den islamischen Völkern, könnte der Westfront Entlastung bringen, da die Engländer ihre Truppen im Westen abziehen müssten. Eine geheime Expedition wurde ausgerüstet, um bis in Afghanistan die Machthaber davon zu überzeugen, einen Freiheitskampf gegen die britischen Kolonialherren zu entfachen. Diesen historischen Hintergrund nahm Steffen Kopetzky auf, um in einem grandiosen historischen Roman von diesem gewagten Abenteuer zu schreiben. Gestartet ist der Trupp deutscher Offiziere mit buntgemischtem Begleitpersonal von Konstantinopel aus, um mit der Bagdad-Bahn nach Vorderasien zu kommen. Auf Kamele umgesattelt, ging es dann durch Wüsten und über Berge unter großen Entbehrungen, verfolgt von britischen und russischen Soldaten, nach Kabul. Hauptfigur des Romans ist der Funker Sebastian Stichnote, für den die Expedition zum größten Abenteuer seines Lebens wird. Kopetzky gelingt es ausgezeichnet historische Fakten mit seiner Fiktion zu verbinden und so spannend zu erzählen, dass sein Roman einen unwiderstehlichen Sog entwickelt.

Mittwoch, 30. September 2015 - 20 Uhr
Pfleghofsaal Langenau


Steffen Kopetzky
„Risiko“

Roman
731 Seiten
Klett-Cotta Verlag
24,95 Euro


Das gehaltene Versprechen
Für die meisten arabischen Länder wurde der Traum vom „Arabischen Frühling“ zum Alptraum. Umso mehr engagiert sich der wunderbare Erzähler Rafik Schami für sein syrisches Heimatland. Er versteht sein literarisches Schaffen als eine Fortführung der großen arabischen Erzähltradition. Sein neuer Roman handelt von dem Versprechen Karims, das er seiner Jugendliebe Sophia gegeben hat, für sie da zu sein, wann immer sie seine Hilfe bräuchte. Denn einst war sie es, die ihm das Leben rettete. Und Sophia erinnert Karim, der im Ausland lebt, an dieses Gelöbnis, da ihr Sohn auf einem Fahndungsfoto abgebildet ist und untertauchen muss. Es ist die Macht der Liebe, die einem Mut und neue Kraft gibt und die ein Leben rettet. Schön, dass Rafik Schami wieder Gast in der Langenauer Martinskirche ist - er wird in diesem Jahr mit dem Preis der evangelischen Stiftung „Bibel und Kultur“ ausgezeichnet.

Montag, 21. September 2015 - 20 Uhr
Martinskirche, Langenau


Rafik Schami
„Sophia oder Der Anfang aller Geschichten“

Roman
480 Seiten
Hanser Verlag
24,90 Euro


„Deep South“ - Ein literarischer Streifzug durch die Südstaaten
„Wer die Nachtigall stört“ gehört zu den meistgelesenen Büchern der Welt – das Erscheinen des verloren geglaubten „Gehe hin, stelle einen Wächter“ ist eine Sensation – und für uns Anlass, der Südstaaten-Literatur einen Abend zu widmen. Denn nicht nur Harper Lee ist ein Kind des Südens, auch andere große Autoren wie William Faulkner, Carson McCullers sowie Zelda und F. Scott Fitzgerald (um nur einige zu nennen) sind hier verwurzelt. Ihnen möchten wir mit diesem Abend ein Denkmal setzen. Begleiten Sie uns auf unserer Reise durch den „Deep South“ und lassen Sie sich von unserer Begeisterung für diese grandiosen Erzähler des zwanzigsten Jahrhunderts anstecken!

Das Flair der Südstaaten
Klug und mit viel Enthusiasmus haben drei Damen der Buchhandlung – Anna Kalmbach, Sandra Kohl-Blum und Angelika Mahr – von den großen Dichtern und den goldenen Jahren der Literatur der Südstaaten erzählt. Als begeisterter Zuhörer fragte man sich, warum habe ich nicht schon längst die Romane von William Faulkner gelesen, endlich von Scott Fitzgerald den „Großen Gatsby“ mit in den Urlaub genommen oder die Bücher von Carson McCullers als große Literatur entdeckt. Anlass für den Abend war das Erscheinen des verschollen geglaubten Romans von Harper Lee „Gehe hin, und stelle einen Wächter“, der ein neues Licht auf die erfolgreiche amerikanische Schriftstellerin wirft. Die drei vortragenden Buchhändlerinnen stellten aber nicht nur die Romane der Autoren vor, mit eingestreuten Zitaten und biografischem Hintergrundwissen wurden die Schriftsteller richtig lebendig und es wurde deutlich, dass trotz der Rassenunruhen und dem krassen Gegensatz von Arm und Reich das Klima in der ersten Hälfte des 20 Jahrhundert für die Literatur sehr gut war.

Donnerstag, 20. August 2015 - 20 Uhr
Buchhandlung Mahr





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Eine Minderheit am Abgrund
Was für ein Glück, dass es uns gelungen ist, die in England lebende Autorin Ursula Ackrill nach Ulm ins DZM einzuladen und als Gast begrüßen zu dürfen. Die promovierte Germanistin mit siebenbürgischen Wurzeln hat fern ab von der deutschen Sprache, aber eben doch auf Deutsch ihren ersten Roman geschrieben. Nicht nur weil es den Tonfall der rumäniendeutschen Minderheit einfängt, bereichert das Buch die Gegenwartsliteratur, es ist einzigartig, wie die angespannte Stimmungslage der Menschen in der Kleinstadt Zeiden, westlich von Kronstadt gelegen, im Jahr 1941 beschrieben wird. Wie in einem Kaleidoskop tauchen in dem Roman die Figuren auf, die eine Rolle in dem kleinstädtischen Leben spielen und dabei den Versprechen der Nationalsozialisten mehr oder weniger auf dem Leim gehen. Einzig Leontine, die „Heldin“ des Romans stellt sich quer wie eine Kassandra, aber auch ihre Warnungen bleiben ungehört.

Montag, 20. April 2015 - 19 Uhr
Donauschwäbisches Zentralmuseum Ulm


Ursula Ackrill
„Zeiden, im Januar“

Roman
256 Seiten
Wagenbach Verlag
19,90 Euro


Von den Nöten des Jungseins
Nach seinem großen Erfolgsbuch „Der alte König in seinem Exil“, eine Liebeserklärung an den an Demenz erkrankten Vater, erkundet Arno Geiger in seinem neuen Roman „Selbstporträt mit Flusspferd“ nun das Lebensgefühl der jungen Generation. „Man ist erwachsen, wenn man Krisen nicht mehr mit Katastrophen verwechselt“. Es ist in einer zunehmend unverständlicheren Welt immer schwieriger erwachsen zu werden, zumal sich die Hauptfigur des Romans gerade von seiner Freundin getrennt hat. Die Pflege eines Zwergflusspferdes im Garten eines Professors kommt da gerade recht, denn dieses gibt den Rhythmus des Sommers vor. Wäre da nicht die schöne Tochter des Hauses, die ihm den Kopf verdreht und der unbeschwerte Freund, der zu mehr Leichtigkeit rät… Doch der Sommer wird zu Ende gehen und zurückbleiben wird die Suche nach einem eigenen Platz in der Welt.

Mittwoch, 15. April 2015 - 20 Uhr
Pfleghofsaal Langenau


Arno Geiger
„Selbstporträt mit Flusspferd“

Roman
287 Seiten
Hanser Verlag
19,90 Euro

Nichtsdestoweniger
Von Alledem, das uns Buchhändlern so viel Kopfschmerzen bereitet, stand ja in den vergangenen Monaten schon genügend in der Presse. Ich will viel lieber über das Trotzdem schreiben. Denn da ist mehr als ein Fünkchen Hoffnung, weil viele Leser erkannt haben, dass in einem Haus der Bücher - was jede gute Buchhandlung nun mal ist - doch noch immer die besten Entdeckungen warten. Gerade die Empfehlungen, die man dort erhält, bringen einem gute Bücher näher, die man auf keiner Bestsellerliste findet. Mit unserem Literarischen Quartett haben wir glücklicherweise ein Format gefunden, das sich wachsender Beliebtheit erfreut, wenn wir bei unserem Bücherabend mit Leidenschaft unsere Lieblingsbücher vorstellen. Wir als Buchhändler sind immer auch Missionare der guten Literatur. Natürlich leben wir vom Verkauf, freuen uns aber gleichzeitig, wenn wir mit einem lesenswerten Buch einen Käufer glücklich machen können. Auch dieser Bücherfrühling bringt wieder eine Vielzahl an Neuerscheinungen und wir werden für Sie die Rosinen herauspicken.

Das Langenauer Literarische Quartett
lädt zum 41 38. Mal ein
Mittwoch, 25. März 2015 - 20 Uhr
Buchhandlung Mahr


Frauen der 20er und 30er Jahre
In Paris, Berlin, Wien und New York entstand in den 20/30er Jahren eine lebendige, weibliche Kulturszene, die die Kunst, Literatur und Musik maßgeblich beeinflusst hat - die mit Bubikopf und Zigarette ihre eigene Vorstellung von Leben und Liebe verwirklichte. Diese Frauen ließen sich weder von den Folgen des Ersten Weltkriegs, noch von politischen Wirren und den Wirtschaftskrisen daran hindern, ihre eigenen Lebensentwürfe zu verwirklichen. Ganz im Gegenteil - war es doch die von Männern dominierte Welt, die in allen Bereichen zu versagen schien. Selbstbewusst und revolutionär waren diese Frauen, wie sie das bisherige Rollenverständnis der Geschlechter durcheinanderwirbelten. Brigitte Ebersbach hat sich in ihrer gleichnamigen Edition dieser Frauen angenommen, sie dabei in zahlreichen biografischen Buchveröffentlichungen für den Leser wieder entdeckt und so zu einem Verlagsschwerpunkt gemacht.

Donnerstag, 5. März 2015 - 20 Uhr
Buchhandlung Mahr



Kindheit - eine Insel im Meer der Erwachsenen
Inspiriert von der Ausstellung „Gyula das Tauschkind“ liest Thomas Mahr eigene Texte, die jeweils von einem Vierzeiler der Küchenpoesie eingeleitet werden, gelesen von Angelika Mahr. Bernd Weltin ergänzt diesen Abend mit Ausschnitten aus der Weltliteratur.

Familienalltag im Dorf Miljenko Jergovic aus dem Roman „Wahlnusshaus“
--- Andere Völker, andere Sitten Sandor Márai aus den Erinnerungen „Bekenntnisse eines Bürgers“
--- Schrecken des Krieges Joseph Roth aus dem Roman „Radetzkymarsch“
--- Verlust der Heimat Janos Szekely aus dem Roman „Verlockung“

Donnerstag, 19. Februar 2015 - 19 Uhr
Donauschwäbisches Zentralmuseum Ulm


Der Reichstag brennt
Mit jedem neuen Kriminalroman den Volker Kutscher im Berlin der ausgehenden 20er und der frühen 30er Jahre spielen lässt, wächst seine Leserschaft. Geroen Rath, der strafversetze Kommissar aus dem Rheinland, ermittelt in dem neuen Krimi „Märzgefallene“ in seinem fünften Fall. Dieser versetzt die Leser in das Jahr 1933 – die Nazis haben die Macht ergriffen und der Reichstag brennt. Rath muss seinen Karnevalsbesuch in Köln unverzüglich abbrechen, denn die Nazis zwingen die Berliner Polizei, bei der Kommunistenhatz tatkräftig mitzumachen. Dabei hat der Kommissar mit den neuen Machthabern gar nichts am Hut und ist völlig ausgelastet in der Ermittlung einer Mordserie, der Veteranen des Ersten Weltkriegs zum Opfer fallen. Volker Kutscher plant seine Krimiserie bis in das Jahr 1937 zu schreiben und wird dabei seinem Kommissar treubleiben. Auch die Leser werden dies sicher tun, denn der Autor schafft es mit seinen Milieuschilderungen perfekt, das Berlin jener Tage einzufangen.

Dienstag, 27. Januar 2015- 20 Uhr
Pfleghofsaal Langenau


Volker Kutscher
„Märzgefallene“

Roman
287 Seiten
Kiepenheuer & Witsch
19,99 Euro

2014


70 + 30 = 100
In Worten heißt dies Zahlenspiel, dass unser dreißigjähriges Jubiläum addiert mit den Jahren des Manesse Verlages zusammen die Hundert ergibt. Manesse – das ist ein Name der verpflichtet. Da werden nicht einfach die Werke großer Autoren zwischen zwei Buchdeckel gepackt. Die Bände der Bibliothek der Weltliteratur werden auf hochwertigem alterungsbeständigem Papier gedruckt, fadengeheftet und in Leinen gebunden. Und wenn wir schon von Tradition sprechen, ist es ein schönes Zeichen, dass in unserer unsteten Zeit Horst Lauinger schon seit 14 Jahren den Verlag leitet. Gleichzeitig arbeitet er als Lektor und Impulsgeber für eine Vielzahl an Neuübersetzungen von Klassikern der Weltliteratur. Für diese heute aber noch Leser zu finden ist nicht so einfach, da das, was man noch jüngst als Bildungsbürgertum bezeichnete, als verlässliche Käuferschicht verschwunden ist. Trotzdem gelingt es ihm mit seinen verlegerischen Entdeckungen immer wieder auf den Verlag aufmerksam zu machen. Solange es noch Verleger wie Horst Lauinger gibt, ist es mir um das Lesen von gehobener Literatur nicht bange.

Mittwoch, 3. Dezember 2014 - 20 Uhr
Buchhandlung Mahr



Geschichte entdecken
Der Klett-Cotta Verlag ist bestens bekannt für die Hobbitpresse und natürlich durch Tolkiens Herr der Ringe. Weniger spektakulär und öffentlichkeitswirksam ist die kleine, aber außergewöhnliche Reihe historischer Bücher. In schöner Regelmäßigkeit erscheinen pro Halbjahr zwei bis drei Sachbücher, die von großer Qualität und Lesbarkeit gekennzeichnet sind. Dies ist das Werk von Christoph Selzer, einem Historiker, der sich als Lektor bei Klett-Cotta für die Geschichte verantwortlich zeichnet. Er beweist aber nicht nur sein Wissen, das durch die kluge Auswahl unterstrichen wird; er muss auch Historiker aus Leidenschaft sein. Sicherlich gehört das Altertum zu seinen Vorlieben. Das lässt sich schon an der Anzahl der erschienenen Titel erkennen; das ganze Programm spiegelt ebenso aktuelle historische Themen wieder. Da ist es doppelt spannend, in das Nähkästchen einer "Geschichtswerkstatt" zu blicken.

Dienstag 25. November 2014 - 20 Uhr
Buchhandlung Mahr


Ein Herbst mit reicher Bücherernte
Fast könnten wir in Versuchung kommen, zu glauben, dass die Verlage sich extra zu unserem 30jährigen Jubiläum ganz besonders angestrengt haben, um uns und Ihnen mit vielen, ganz herausragenden Neuerscheinungen für das „Literarisches Quartett“ einen Festtagsbüchertisch zu bereiten. Nicht nur bei den Romanen, in allen Bereichen hat der Bücherherbst Glanzpunkte gesetzt. Freuen Sie sich auf ein literarisches Feuerwerk bei unserer Buchvorstellung, die natürlich wie immer von Wein und Brot begleitet wird.

Das Langenauer Literarische Quartett
lädt zum 37. Mal ein
Donnerstag, 20.November 2014 - 20 Uhr
Buchhandlung Mahr


Aus dem Leben einer Notärztin
Der deutsch-isländische Autor Kristof Magnusson bringt nach Langenau nicht wirklich einen Arztroman mit - zumindest nicht das, was man dahinter vermutet. Wie in seinem letzten Roman, bei dem er die Finger tief in die Wunde der Bankenkrise legte, will er mit seinem Roman hinter die Kulissen des Krankenhausalltags blicken und begibt sich auf die Spur unserer rauen sozialen Wirklichkeit. Obwohl er das sehr kritisch und lebensnah verfolgt, bleibt er doch ein Autor, der sich auch in der Sparte Humor auskennt. Seine Notärztin steht mitten im Leben, obwohl sie in ihrem Privatleben auch einige Baustellen zu verarbeiten hat.

Mittwoch, 22. Oktober 2014 - 20 Uhr
Pfleghofsaal Langenau


Kristof Magnusson
„Arztroman“

Roman
320 Seiten
Verlag Antje Kunstmann
19,95 Euro


Finnische Literatur
Vielleicht liegt es an der Sprache, die, so wie die ungarische, eben nicht indoeuropäisch ist, oder an der geografischen Lage hoch im Nordosten Europas an der Grenze zu Russland. Wenn wir ehrlich sind, wissen wir nicht allzu viel von Finnland und nehmen dieses Land kaum wahr, obwohl es seit 1995 Mitglied der EU ist und den Euro als Zahlungsmittel hat und irgendwie jeder schon mal den Namen Nokia gehört hat. Finnland ist fast so groß wie Deutschland, hat aber nur 5,4 Millionen Einwohner, die sich in den südlichen Landesteilen konzentrieren. Doch die Finnen sind im Vergleich zu uns wahre Leseratten für die vor allem Bibliotheken von großer Bedeutung sind. Auf dem deutschen Buchmarkt entsteht ein wenig der Eindruck, dass finnische Literatur fast gleich zu setzen sei mit Krimis und Thrillern. Das liegt aber vielleicht weniger an den Schriftstellern, als an dem Boom nordischer Kriminalromane. Dass die finnische Literatur mehr zu bieten hat, wollen wir zusammen mit dem Team der Langenauer Bücherei an diesem Abend zeigen. Bevor wir aber mit der Buchvorstellung beginnen, wird uns Armi Roth-Bernstein-Wiesner, eine finnische Bibliothekarin in Deutschland, Wissenswertes über die Kultur und die Geschichte Finnlands erzählen. Unser gemeinsames finnisches Bücherfest wird natürlich auch wieder kulinarisch begleitet.

Dienstag 7. Oktober 2014 - 20 Uhr
Pfleghofsaal Langenau


Raritäten aus 30 Jahren Buchhandel
Natürlich gibt es jede Menge Eintagsfliegen auf dem deutschen Buchmarkt. Diese enden auf den Wühltischen der Buchhandlungen auf dem Jahrmarkt des billigen Ausverkaufs. Ab und an ist dort auch ein wahrer Schatz zu finden, doch das bleibt die Ausnahme. Ausschließlich aber um solche vergessenen Schätze geht es uns an diesem Abend, der nicht umsonst unter dem Motto"A schene Leich' " steht. Wir werden im Vorfeld unsere Raritäten aus den Regalen ziehen, Bücher, die uns schon seit Jahren, wenn nicht gar Jahrzehnten begleiten, ohne dass sie einen Leser gefunden hätten. Wir wollen nicht nur diesen Büchern, sondern auch Ihnen als Leser eine Chance geben, etwas ganz Besonderes zu entdecken. War es die mangelnde Resonanz in den Medien oder unsere schnelllebige Zeit, die immer nach dem Neuen Ausschau hält, vielleicht auch ein grässlicher Buchumschlag, der manchmal ein Buch unverkäuflich macht? Auf jeden Fall wurden im Laufe der Jahre diese Bücher treue Begleiter einer jeden Inventur, so dass man sich natürlich über den Verkauf freut – aber gleichzeitig ein wenig melancholisch wird, wenn solch ein Buch unser Haus verlässt.

Mittwoch, 24. September 2014 - 20 Uhr
Buchhandlung Mahr


Nichts Schnelleres gibt es als die Jahre
Nach 30 Jahren Buchhandlung darf gefeiert werden! Wir haben es am 3. September ausgiebig und einen ganzen Tag lang getan. Der Chef des Hauses hat sich sogar dazu hinreißen lassen – unmusikalisch wie er ist – zu singen. Getreu nach dem Lied „Verdammt lang her“ hat er sich einen neuen Text einfallen lassen. Letztendlich war dies aber mehr ein kabarettistischer Beitrag, denn eine musikalische Glanzleistung. Die sich anschließende „Festrede“ können Interessierte an dieser Stelle gerne nachlesen. 30 Jahre Buchhandlung Mahr sind eine lange Zeit und beim Rückblick stellt man dann fest, wie sehr sich alles verändert hat - auch der Buchhandel. 30 Jahre in dieser Branche zu überstehen, dazu bedarf es guter Mitarbeiter und mehr noch Menschen, die den Wert einer Buchhandlung vor Ort schätzen. Deshalb an dieser Stelle noch einmal Dank allen, die mit uns gefeiert haben und an all jene, die uns die vielen Jahre über unterstützt haben.

Mittwoch, 03. September 2014 - 20 Uhr
Buchhandlung Mahr



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Porsche, Pop und Parkinson
Mit diesen drei "P" ist schon sehr viel gesagt. Matthias Holtmann liebt seinen Porsche und ist, was den Pop betrifft, einfach Kult. Er hat dem SWR seinen Stempel aufgedrückt und aus dem angestaubten ersten Radioprogramm des Südwestens wirklich den Nummer Eins Sender gemacht. Uns Ältere hat er durch die ganze Rock- und Popgeschichte begleitet, da er schon immer Sendeformate prägte, die Musikgeschichte machten. Was Wunder, hat er doch selbst als Schlagzeuger bei Triumvirat gerockt und war dabei als es 789 hieß: Top 1000 – die erste Hitparade des damaligen Süddeutschen Rundfunks. Seine Art eine Sendung zu moderieren oder Rockstars zu interviewen ist unnachahmlich. All dies findet der Leser in der im März 2014 erschienenen Autobiografie des Radiomanns. Ganz offen geht er darin auch mit seiner Parkinson- Erkrankung um, so wie er im ganzen Buch auf seine ihm eigene Art von einem wilden Leben erzählt, das natürlich auch von Rückschlägen begleitet wurde.

Freitag, 22. August 2014 - 20 Uhr
Kultur im Bahnhof Langenau


Matthias Holtmann
„Porsche, Pop und Parkinson, m. Audio-CD“

Autobiographie
325 Seiten
Klöpfer & Meyer Verlag
25,-- Euro


Südtirol in Langenau
They never come back. Das gilt nur für Boxer und nicht für Verleger. Selten sind wir so oft gefragt worden, ob wir diesen wunderbaren Abend über Südtirol nicht doch noch einmal wiederholen wollen. Kein besserer Anlass als unser Jubiläum, den Bozener Folio Verlag im Sommer wieder nach Langenau zu holen. Der Verleger Hermann Gummerer und seine Frau Christel sind uns längst zu Freunden geworden. Mit viel Kenntnis aber auch Verbundenheit zur Heimat – Südtirol zählt mit zu den schönsten Regionen mitten in Europa – ist dieser Verlag mit seinen Büchern längst mehr als ein Geheimtipp und unverzichtbar für einen gelungenen Urlaub. Natürlich werden wir wieder versuchen, etwas von dem Südtiroler Lebensgefühl auch kulinarisch in unsere Buchhandlung zu zaubern. Nicht vergessen werden darf aber, dass der Folio Verlag mit seinem Wiener Pendant auch literarisch etwas zu bieten hat.

Südtirol entdecken
Richtig professionell warb der Verleger Hermann Gummerer nicht nur für seinen Verlag, sondern auch für seine Heimat Südtirol. Folio mit Sitz in Bozen und Wien ist mit seinen Regionalführern über eine der schönsten Regionen Europas längst kein Geheimtipp mehr. Weit über jeden herkömmlichen Reiseführer hinaus kann man sich Südtirol mit diesen Büchern erschließen. Aber Hermann Gummerer hatte bei seinem Abend in Langenau nicht nur Bücher im Gepäck. Er startete ganz in Feierlaune mit Sekt von der höchstgelegenen Kellerei der Welt, ließ Speck und Käse folgen und erzählte von der mitgebrachten Schokolade und vom Birnenzucker. Als Überraschung servierte die Buchhandlung dann noch original Südtiroler Schlutzkrapfen .Aber um kein Missverständnis aufkommen zu lassen, natürlich war die Veranstaltung den Büchern gewidmet. Mit spannenden Kriminalromanen und Literatur aus den Balkanländern hat der Verlag nicht nur ein zweites Standbein, sondern auch manche Entdeckung parat. Zum Schluss zog Hermann Gummerer noch einen Pfeil vom „Ötzi“ aus der Tasche, um zu erklären, dass der Folio Verlag auch Partner des Museums in Bozen ist, das die berühmte Mumie beherbergt.

Freitag, 11. Juli 2014 - 20 Uhr
Buchhandlung Mahr



dtv – eine Erfolgsgeschichte
Seit mehr als 20 Jahren ist Rudolf Frankl die "Marketingmaschine" des Deutschen Taschenbuch Verlages. Wie kein anderer hat er Einblick in die Verlagsgeschichte und kennt den Spagat, den ein großer Publikumsverlag heute zu meistern hat; den Versuch, zwischen Unterhaltung und großer Literatur, finanziell erfolgreich zu sein und gleichzeitig mit literarischem Anspruch zu agieren. Dies ist umso schwieriger geworden, seit sich die Buchbranche im rasanten Umbruch befindet. Rudolf Frankl wird von Bestsellerautoren berichten, genauso aber von dem ambitionierten Projekt der Reihe Premium, die auf der Suche nach bedeutender Literatur schon manche Entdeckung für die Leser gefunden hat.

dtv – ein Verlag erfindet sich ständig neu
Rudolf Frankl, langjähriger Mitarbeiter und bester Kenner seines Verlages, hielt bei seinem Auftritt in Langenau zunächst ein Plädoyer für den traditionellen Buchhandel. Die Zeiten seien aber nicht nur für Buchhändler schwer, auch die Verlage hätten es nicht einfach, sich in dem gewaltigen Umbruch der Branche über Wasser zu halten. Aber dtv hat in seiner über 50jährigen Geschichte ja bewiesen, dass sich ein Verlag ständig neu erfinden kann. Umso spannender wurde Frankls Vortrag, der anhand der Verlagsgeschichte erfolgreiche und lesenswerte Bücher vorstellte. Ursprünglich wurde dtv ja von namhaften Verlagen gegründet, um in einem eigenen, gemeinschaftlichen Verlag selbst Taschenbücher herausgeben zu können. Das „Kind“ ist aber schnell erwachsen geworden und behauptet sich mit eigenen Büchern bestens auf dem Markt. Frankl bereicherte seinen Vortrag mit vielen Anekdoten und sprach von dem Balanceakt, den dtv zwischen Anspruch und Unterhaltung vollzieht. Dabei sind die Grenzen fließend geworden. Der ständig gewachsene Verlag bietet genauso Platz für Dora Heldt, die mit ihren Romanen bestens unterhält, wie für einen vergessenen ungarischen Autoren, Antal Szerb, dessen Bücher dtv für den deutschsprachigen Markt wieder entdeckte. Den Erfolg des Abends konnte man auch daran ermessen, dass sich die Zuhörer reichlich mit den vorgestellten dtv-Büchern eindeckten.

Donnerstag, 10. Juli 2014 - 20 Uhr
Buchhandlung Mahr



Spanien und Lateinamerika
Galt der Wagenbach Verlag bisher als eine der besten Adressen für italienische Literatur, haben sich seit geraumer Zeit Spanien und Portugal dazugesellt und damit auch die unerschöpfliche Vielfalt lateinamerikanischer Literatur. Ganz gleich ob nun Brasilien oder Argentinien Gastland der Frankfurter Buchmesse waren, immer wartete der Berliner Verlag mit einer Auswahl an Büchern aus diesen Ländern auf. Das haben wir Marco Thomas Bosshard zu verdanken, der neben seiner Lehrtätigkeit in brasilianischer und hsipanoamerikanischer Kultur an der Bochumer Universität gleichzeitig noch als Lektor für den Wagenbach Verlag arbeitet. Ganz nebenbei hat er die wunderschön gestaltete Reihe Salto mit zwei Bänden über Rio und Madrid bereichert. Wie gut er sich in dieser Materie auskennt, beweist er mit seinem Spürsinn, mit dem er gerade junge Autoren entdeckt. Lateinamerikanisches Lebensgefühl wird an diesem Abend nicht nur durch die Literatur, sondern auch durch kleine Kostproben aus den Küchen dieser Länder spürbar.

Ein Professor kommt ins Schwärmen
Was den Enthusiasmus betrifft stand Thomas Bosshard, Lektor für spanische und portugiesische Literatur im Wagenbach Verlag, seinem Vorgänger Lojze Wieser in nichts nach. Man merkte es dem Professor für brasilianische und hispanoamerikanische Kultur förmlich an, wie es ihm Leid tat, nicht alle präsentierten Bücher an einem Abend vorstellen zu können. Bosshard genoss es aber auch sichtlich, einmal nicht vor Studenten oder Verlagsmitarbeitern zu dozieren, sondern hautnah mit den Lesern seiner literarischen Entdeckungen in Berührung zu kommen. Dabei geriet er ins Schwärmen, wenn er von seinen spanischen und südamerikanischen Autoren erzählte. Für ihn sei es gar nicht so einfach ein Buch, von dem er selbst überzeugt ist, auf dem umkämpften Buchmarkt durchzusetzen. Dass er aber dabei doch auch Treffer landet, erkennt man daran, dass der Wagenbach Verlag neben seiner erfolgreichen Italienschiene, längst auch einen guten Namen für spanische und portugiesische Literatur hat. Wie breit das Spektrum des Verlags in diesem Bereich ist, sieht man auch an den Büchern, mit denen Wagenbach zu den Buchmesseschwerpunkten Brasilien und Argentinien aufwarten konnte. Sichtlich begeistert vom Interesse des Publikums gab Bosshard bei Wein und Tapas im Anschluss gerne Antwort auf die Fragen der Zuhörer.

Montag, 2. Juni 2014 - 20 Uhr
Buchhandlung Mahr


Der Kampf gegen die „Herrenrechte“
Der Beginn des Ersten Weltkriegs ging nicht nur mit einem patriotischen Vaterlandsgetöse einher, er wischte auch die Bestrebungen der Frauen, die Sache der Gleichberechtigung voranzutreiben, mit einem Handstreich vom Tisch. Dabei waren sie schon ein gutes Stück vorangekommen, wie Barbara Beuys mit ihrem neuen Buch zeigt. Nicht nur politisch wollten die Frauen überall in Europa den Männern gleichgestellt werden. Es waren fast alle Lebensbereiche, in denen das weibliche Geschlecht den Männern ihre Domäne streitig machte. Natürlich waren es Pionierinnen, die sich in Wissenschaft und Kunst, in der Medizin und der Politik emanzipierten und durch ihre Leistungen aufhorchen ließen, aber auch in Büros, in Straßenbahnen und Postämtern tauchten Frauen auf, die selbstbewusst ihren Arbeitsplatz erkämpften. Plötzlich wurden Fragen gestellt nach der eigenen Sexualität, nach dem Recht auf Ehescheidung und natürlich politischer Mitbestimmung, die das ganze verkrustete System der wilhelminischen Epoche ins Wanken geraten ließen. Barbara Beuys hat nicht nur ein sehr genaues Buch über den Kampf der neuen Frauen um 1900 geschrieben, sie zeigt auch deutlich wie sehr dieser Einfluss auf die Politik jener Zeit nehmen konnte.

Donnerstag, 15. Mai 2014 - 20 Uhr
Ulmer Volkshochschule Club Orange


Barbara Beuys
„Die neuen Frauen - Revolution im Kaiserreich“

384 Seiten
Hanser Verlag
24,90 Euro



Brücke zum Balkan
Mit Lojze Wieser kommt ein österreichischer Verleger nach Langenau. 2014 wird er doppelt so alt sein wie unsere Buchhandlung und blickt auf über 1.000 Bücher zurück, die er auf den Weg gebracht hat. Er ist eine der Gallionsfiguren, die schon zu Zeiten des Eisernen Vorhangs versucht haben, die Literatur des Balkans dem deutschsprachigen Leser näher zu bringen. Was mit slowenischen Autoren begann, dehnte sich bald auf ganz Osteuropa aus und das Wieser- Programm wurde so zum Vermittler und Vorreiter einer Literatur, die so vielfältig und bis auf wenige Ausnahmen doch bei uns unbekannt ist. Lojze Wieser sieht seine verlegerische Arbeit unter dem Aspekt eines gemeinsamen Europas. Mit der Buchreihe Europa erlesen – auch diese eine Glanztat – versucht er den europäischen Gedanken fast schon enzyklopädisch weiterzutragen. Lojze Wieser ist ein durch und durch sinnlicher Mensch. Deshalb lässt sich für ihn Europa nicht nur literarisch erfassen. Es liegt auch auf der Zunge – es gibt ein Europa der verschiedenen Geschmäcker. Dass man die Vielfalt unseres Kontinents auch auf dem Gaumen spüren kann, zeigte er mit seinem Fernsehvierteiler über den Geschmack Europas – und an diesem Abend in der Buchhandlung.

Verleger trifft Buchhändler und Leser
Zu ihrem 30jährigen Jubiläum hat die Buchhandlung Mahr in Langenau neben einer ganze Reihe namhafter Autoren auch Verleger und Verlagsmitarbeiter eingeladen. Den Anfang machte Lojze Wieser aus Graz, der mit seinem Verlag wahre Pionierarbeit für die osteuropäische Literatur geleistet hat. Längst vor dem Fall des Eisernen Vorhangs hat er sich für die Verbreitung osteuropäischer Literatur mit Übersetzungen ins Deutsche eingesetzt. Sein Enthusiasmus für seine Bücher – für die Literatur – übertrug sich sofort auf die Zuhörer. Nach einem Abend mit Lojze Wieser hat man den Eindruck, dass es um den Buchhandel gar nicht so schlecht steht, wenn man sich nur auf den Inhalt guter Bücher zurück besinnt und damit für einen Abend die ganze Diskussion um die Zukunft der Branche vergessen kann. Wenn er Episoden seiner Freundschaft mit H.C. Artmann erzählt und von Handke, wird Wieser zum Entertainer. Er kehrt dann aber gleich wieder zu den Büchern zurück, um mit Miroslav Krleza, dem bedeutenden kroatischen Schriftsteller, vom großen Einfluss der Worte, der Sprachen und ihrer Verwandtschaft zu berichten. Die Sinnlichkeit der Sprache versteht der Grazer Verleger auch auf das Kulinarische zu übertragen. Ist er doch mit einem Fernsehteam unterwegs, die Küchen der verschiedensten europäischen Regionen aufzusuchen, um den Geschmack Europas mit der Zunge zu erkunden. Am Ende des Abends war dem Publikum dann klar, warum ein ganzes Schinkenbein neben dem Podium stand. Dies schnitt er gekonnt auf, damit die Zuhörer mit slowenischem Wein und Speck im Gespräch noch viele Fragen stellen konnten.

Donnerstag, 15. Mai 2014 - 20 Uhr
Buchhandlung Mahr

Bücher sind anders
Bis vor kurzem noch hieß es im Buchhandel, die Großen fressen die Kleinen. Hat das vergangene Jahr eine Trendwende eingeleitet? Soviel steht fest: Während die Buchkaufhäuser schwächelten, konnten sich die kleinen, meist noch selbständig geführten Buchhandlungen, im Dezember über ein Umsatzplus freuen. Wir glauben aber, dass der Erfolg im Buchhandel nicht so sehr von den Quadratmetern abhängig ist, sondern vor allem von der Begeisterung für Bücher und der Kenntnis ihrer Inhalte. Bücher sind eben keine beliebige Ware, die man wie Parfum oder Pralinen verkaufen kann. Dies wollen wir auch bei unserem 36. „Literarischen Quartett“ unterstreichen, wenn wir die Rosinen aus dem Kuchen der Buchneuheiten des Frühjahrs picken. Schwerpunkt werden natürlich wieder die Romane sein, doch das ein oder andere Sachbuch, sowie Kinder- und Jugendbücher werden mit auf den Auswahltisch kommen.

Das Langenauer Literarische Quartett
lädt zum 36. Mal ein
Mittwoch, 9. April 2014 - 20 Uhr
Buchhandlung Mahr


Ein europäischer Schriftsteller
Die Macht des Begehrens Adolf Muschg wird am 13. Mai 80 Jahre alt. Wahrlich Zeit, um auf ein reiches schriftstellerisches Leben zurückzublicken. Wie ließe sich dieser runde Geburtstag von Verlagsseite besser feiern, als die Essays des Schweizers in einem Buch zu sammeln. Die Aufsätze zeigen Muschg als einen europäischen Intellektuellen, der dieses gemeinsame Europa immer noch als unerledigte Sache ansieht. Er spricht von der Grenze als kritische Größe des guten Lebens im Gegensatz zum Finanzkapital und der Konsumgesellschaft, die eben keine Begrenzung erfahren. Er fragt auch nach dem kulturellen Gedächtnis in einer Zeit der digitalen Revolution. Mit dieser Zeitgenossenschaft steht er ganz in der Tradition von Friedrich Dürrenmatt und Max Frisch. Deshalb kommt ebenso der Romanautor Muschg zu Wort, wenn er Einblick gibt in seine persönliche Geschichte, in seine literarischen Motive, die er in seinem Werk verarbeitet hat.

Mittwoch, 2. April 2014 - 20 Uhr
Pfleghofsaal Langenau


Adolf Muschg
„Im Erlebensfall“

Essays 2002 - 2013
C.H. Beck Verlag
22,95 Euro


An Dalmatiens Küsten
Alida Bremer ist ständig unterwegs, um die kroatische und serbische Literatur dem deutschsprachigen Lesepublikum näher zubringen. Sie lebt mit ihrem deutschen Mann in Münster und ist dort als unermüdliche Übersetzerin tätig. Gleichzeitig organisiert sie aber auch pausenlos vielbeachtete Veranstaltungen, Symposien und Messen, die sich um die Literatur des Balkans drehen. Rechtzeitig zum Beitritt Kroatiens in die EU hat sie nun aber selbst einen Roman auf Deutsch veröffentlicht. „Olivas Garten“ lässt tief in die jüngste Geschichte Dalmatiens blicken, ohne dass Bremer auf das Genre des historischen Romans zurückgreifen musste. Die mögliche Erbschaft eines Gartens zwingt die Erzählerin von Deutschland aus in die alte Heimat zu reisen und gleichzeitig in der langen Familiengeschichte zu kramen. Herausgekommen ist dabei eine Hommage an ihre Großmütter, an die Frauen, die die Grausamkeiten der Geschichte des Landes erleiden mussten. Bei diesen Rückblenden zeigt Alida Bremer aber auch etwas von der Lebensfreude dieser Frauen, die mit ihrer Vitalität dem Schicksal trotzen.

Donnerstag, 27. März 2014 - 19 Uhr
Donauschwäbisches Zentralmuseum Ulm


Alida Bremer
„Olivas Garten“

Roman
320 Seiten
Eichborn Verlag
19,99 Euro


Die Macht des Begehrens
Das Glück der Zufriedenheit kann nicht länger verweilen, wenn die Leidenschaft Einzug hält. Vielleicht ein passendes Motto in Uwe Timms neuem Roman „Vogelweide“, der sich an Goethes großen Liebesroman „Wahlverwandtschaften“ angelehnt hat. Die Hauptfigur Eschenbach lebt fast wie ein Eremit auf einer kleinen Elbinsel. Beruflich gescheitert, von Freundin und Geliebter verlassen, findet er dort als Vogelwart seine Ruhe. Doch als Anna, die Frau mit dem sein Scheitern begann, sich aus den USA zurückmeldet und ihren Besuch ankündigt, wird die ganze Geschichte dieser Liebesverwirrung wieder lebendig. Eschenbach fängt an sich zu erinnern, wie alles begann. Die ungetrübte Freundschaft zweier Paare. Das luxuriöse Leben in Berlin. Die gemeinsamen Unternehmungen. Segeltouren und das aufwendige Kochen zu viert. Geld spielt keine Rolle, ist im Übermaß vorhanden und Berlin als Schauplatz dieser Geschichte ist das passende Umfeld für einen Roman der scheinbar unbegrenzten Leichtigkeit des Lebens. Bis sich eben die Liebe meldet, eine Liebe, die so nicht hätte sein dürfen und mit der nichts mehr so ist, wie es einmal war.

Mittwoch, 12. März 2014 - 20 Uhr
Pfleghofsaal Langenau


Uwe Timm
„Vogelweide“

Roman
336 Seiten
Kiepenheuer & Witsch Verlag
19,99 Euro


Humor ist nicht alles
Mit dem Humor tun sich die Deutschen wirklich schwer, vor allem dann, wenn er noch mit einer gehörigen Portion Polemik daherkommt. Lachen über andere, das geht ja noch, aber wenn es um einen selbst geht, ja dann. Deshalb hat sich der Satiriker Eckhard Henscheid mit seiner Hochkomik nicht immer nur Freunde geschaffen. Als Mitbegründer der Titanic und Autor bei Pardon, als Kolumnist in der Zeitschrift konkret war er natürlich ein Mann mit Geschick fürs Anecken. Doch dies ist nur eine Seite des Schriftstellers, der uns mit seinen Büchern eine Literatur auftischte, die in der alten Bundesrepublik so erfrischend anders war, als das, was uns die Bölls und Grass’ kredenzten. Da erscheint dann der Romantiker, der durchaus auch dem Alltag ein Idyll abtrotzen kann. So lässt sich die jetzt erschienene Autobiografie auch wie (s)eine Sicht unserer Republik lesen.

Donnerstag, 20. Februar 2014 - 20 Uhr
Pfleghofsaal Langenau


Eckhard Henscheid
„Denkwürdigkeiten“

416 Seiten
Schöffling Verlag
22,95 Euro


Drei Lebenswege in vergangenen Zeiten
Geschichte kann man auch als die Gesamtheit von Einzelschicksalen sehen. Das mag sich Alex Capus gedacht haben, als er das Leben dreier außergewöhnlicher Menschen in seinen neuen Roman gepackt hat. Der Schweizer Autor nimmt uns mit auf die Reise in die erste Hälfte des vergangenen Jahrhunderts. Sie hätten sich begegnen können – die noch junge Göre, die einmal Sängerin werden will, der unwillige Student, den nur die Zahlen faszinieren und der junge Zeichner, der dem Vater eine letzte Ehre erweist. Am Bahnhof von Zürich kreuzen sich ihre Wege nur ein einziges Mal. Capus hat ein umwerfendes Erzähltalent, wie er den Leser bei der Hand nimmt und die Fäden spinnt und bei aller Liebe für das Detail nie den Blick für das Ganze verliert. Wenn er uns das Leben dieser drei Menschen erzählt, hat man den Eindruck, als ob er einen Roman über unser Europa schreibe; ein Buch das dem Unbill der Zeit Menschlichkeit entgegensetzt.

Mittwoch, 22. Januar 2014 - 20 Uhr
Pfleghofsaal Langenau

Alex Capus
„Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer“

Roman
281 Seiten
Hanser Verlag
19,90 Euro